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Was Julia Engelmann und Larissa Marolt beweisen : Mainstream sind immer die anderen

Julia Engelmann überschätzt? Larissa Marolt verkannt? Zu jedem Trend entsteht im Netz sofort eine Gegenbewegung. Denn cool ist nur, was nicht allen gefällt.

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Larissa Marolt, umstrittene Kandidatin im Dschungelcamp.
Larissa Marolt, umstrittene Kandidatin im Dschungelcamp.Foto: dpa

Diesen Monat habe ich etwas Wichtiges gelernt. Und wieder half mir das Internet bei der Erkenntnis. Es heißt ja, man könne es im Leben nie allen recht machen. Bisher ging ich davon aus, dies liege an den vielen unterschiedlichen, abweichenden Geschmäckern der Menschen. Aber falsch.

Da war zum Beispiel das Video von Julia Engelmann. Der unterhaltsame Auftritt einer Slam-Poetin, massenhaft auf Facebook geteilt. In den ersten acht Stunden, in denen das Filmchen populär wurde, fanden es alle toll und treffend und wahnsinnig inspirierend. Dann meldeten sich die Ersten zu Wort, die Julia Engelmann aber gar nicht gut fanden, die ihren Auftritt angeblich nicht ertrugen.

Da war auch Larissa Marolt aus dem Dschungelcamp. Sie wurde spätestens ab der zweiten Sendung von allen gehasst, die Posts auf Facebook und Twitter waren voller Lästereien. Das brachte einige Nutzer dazu, sich von der Massenmeinung abgrenzen: Sie erfanden – teils völlig absurde – Gründe, warum die Österreicherin ja eigentlich doch die einzige Sympathin im Camp sei. Die Befürworter gewannen bald mehr und mehr Anhänger. So viele, dass sie inzwischen die Mehrheitsposition vertreten. Was nun wiederum dazu führt, dass erste Larissa-Fans ihren Schützling für überschätzt halten.

Es ist der Drang, sich vom Mainstream abzugrenzen. Ein bisschen Avantgarde zu sein. Teilen zu viele Freunde ein Faultier-Video, muss daran etwas verkehrt sein. Dass der Anti-Lanz-Petition bald eine Anti-Anti-Lanz-Petition folgte, hat vielleicht ähnliche Gründe. Im wahren Leben gibt’s den Reflex auch. Sobald Tante Erika meine liebste Underground-Band hört, kann die nicht mehr cool sein. Bloß: Im Internet – und gerade in sozialen Netzwerken – erlebt man unmittelbar und in Echtzeit, wie sich der Mainstream eigene Werte einverleibt. Das kann verdammt wehtun.

Der Abgrenzungsdrang quält besonders diejenigen, die viel online sind und deshalb Dinge zuerst sehen und gut finden können. Eigene Haltung ist auch eine Form von Kapital, jedenfalls in der Meinungsschleuder Internet.

Am deutlichsten hat sich das Phänomen am Tag des Outings von Thomas Hitzlsperger gezeigt. Zunächst wurde der Ex-Profi beglückwünscht und bejubelt. Dann störten sich erste Nutzer daran, dass online alle feierten, und schwupps ... gingen sie auf Distanz. Es sei doch „wohlfeil“, auf Facebook seine Sympathien für Hitzlsperger kundzutun, hieß es. Ein befreundeter, selbst schwuler und engagierter Journalist postete gar, nun sei es aber genug mit der Jubelorgie – und stattdessen an der Zeit, endlich wieder über guten Fußball zu sprechen! Ich habe mir seine Timeline bis zurück ins Jahr 2010 angeschaut: Der Mann hat vorher kein einziges Mal das Bedürfnis gehabt, sich über Fußball zu äußern.

Ich denke, er hat es einfach nicht verkraftet, dass ausnahmsweise mal alle das Richtige gedacht und geschrieben haben.

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