Drama mit Heino Ferch : Väter und Söhne

Er muss schon lange nicht mehr beweisen, dass er nicht nur harte Kerle verkörpern kann: Ein großartiger Heino Ferch im Familiendrama „Wenn es am schönsten ist“.

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Fragil. Die Bande von Vater und Sohn (Heino Ferch, li., mit Friedrich von Thun).
Fragil. Die Bande von Vater und Sohn (Heino Ferch, li., mit Friedrich von Thun).Foto: ZDF

Ein guter Regisseur war Johannes Fabrick immer schon. Seit einigen Jahren bewegt er sich jedoch kontinuierlich auf einem Niveau, das ihn zu den besten Fernsehfilmregisseuren zählen lässt. Regelmäßig greift der Wiener zudem Themen auf, die an die Substanz gehen. Dass es dabei zuletzt mehrfach ums Sterben ging, mag Zufall sein. Andererseits sind diese Stoffe bei ihm gut aufgehoben: Fabrick scheut nicht davor zurück, große Gefühle zu inszenieren, kommt dabei aber ohne Melodramatik aus. Das hat eine Menge mit der Führung der Darsteller zu tun. Gerade angesichts der enormen Emotionalität, die jede Geschichte über das Sterben birgt, ist die schauspielerische Glaubwürdigkeit umso wichtiger; falsche Töne oder übertriebene Mimik können die fragile Wirkung im Nu zerstören.

Nicht nur harte Kerle

Entsprechend groß war die Herausforderung für Heino Ferch, denn der von ihm verkörperte Bühnenbildner Peter muss gleich zwei existenzielle Dramen durchstehen (Buch: Astrid Ruppert). Nach vielen Jahren ohne Kontakt trifft er sich endlich wieder mit seinem mittlerweile 17-jährigen Sohn Lukas (Max Hegewald). Peter hat nicht mehr viel Zeit.: Bei einer Untersuchung ist eine aggressive Form von Leukämie festgestellt worden. Wenn er keinen Stammzellenspender findet, muss er sterben. Prompt ist Lukas überzeugt, der Vater habe die Versöhnung bloß eingefädelt, um ihn zur Knochenmarkspende zu überreden.

Ferch muss schon lange nicht mehr beweisen, dass er nicht bloß harte Kerle verkörpern kann, aber diese schwierige Rolle ist auch für ihn eine Herausforderung. Und gleichzeitig ein Glücksfall, Peter durchlebt diverse Höhen und Tiefen: von den schönen Momenten mit seiner Freundin (Julia Koschitz) und der Euphorie, als die Versöhnung mit Lukas gelingt, bis hin zu den tieftraurigen Augenblicken, als das Band zwischen Vater und Sohn endgültig zu zerreißen droht. Je mehr Peter sich bemüht, nicht die Fassung zu verlieren, um so bewegender ist Ferchs Spiel.

In diesen Szenen zeigt sich zudem das herausragende Talent Fabricks: Auch Bildgestaltung und Musik halten sich zurück. Auf diese Weise bereitet er seinem Hauptdarsteller eine große Bühne. Fast noch imposanter ist die Leistung des jungen Max Hegewald, der schon als Darsteller in der Lenz-Verfilmung „Arnes Nachlass“ beeindruckte. Sehr schön ist das zweifach zentrale Motiv des Himmels, nach dem Peter sucht: einmal als Hintergrund eines Bühnenbildes, einmal als spiritueller Ort. Allein die entsprechenden Bilder von Fabricks favorisiertem Bildgestalter Helmut Pirnat sind schmerzlich schön.


„Wenn es am schönsten ist“, ZDF, Montag, 20 Uhr 15

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