Medien : Dreiecksverhältnis

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Mitten in der Fußball-WM, die von jeder Sportredaktion Höchstleistungen erfordert, gibt es an der Spitze des gemeinsamen Sportressorts von „Welt“, „Welt am Sonntag“ („WamS“) und „Berliner Morgenpost“ einen Wechsel. Schon seit geraumer Zeit arbeiten die Sportressorts von „Welt“ und „WamS“ zusammen. Gemeinsamer Leiter war Pit Gottschalk. Vor einigen Wochen wurde das Ressort erneut vergrößert. Da bei Springer die Redaktionen von „Welt“ und „Morgenpost“ fusionierten, entstand das Großressort Sport, das für „Welt“, „WamS“ und für „Morgenpost“ zuständig ist.

Beim Sport, einem für die lokale „Berliner Morgenpost“ und die sonntags erscheinende „WamS“ besonders wichtigen Ressort, führte dies zu großen Problemen. So hat ein Redakteur der „Morgenpost“ mit höherer Wahrscheinlichkeit die Handynummer des Alba-Trainers als die von Andre Agassi. Wenn er nun auch „Welt“ und „WamS“ bedienen und deren Ansprüchen gerecht werden soll, bringen ihn die Kenntnisse und Kontakte in der Berliner Sportwelt nicht weit.

Pit Gottschalk, ursprünglich als Sportchef vorgesehen, wechselte zur „Sport Bild“. Dort soll er Chefredakteur Willi Schmitt, 60, folgen. An Gottschalks Stelle wurde Andreas Lorenz, vor der Fusion Sportchef der „Morgenpost“, nun Chef des Sportressorts von „Welt“, „WamS“ und „Berliner Morgenpost". Springer verkaufte diese Lösung als Beweis dafür, dass die „Morgenpost“ keineswegs als Verlierer aus der Fusion hervorgeht. Das hatten viele Redakteure befürchtet. Nicht nur, weil bei der „Morgenpost“ mehr Personal abgebaut wurde, sondern auch, weil bei anderen Ressorts stets ein „Welt“-Mann die Verantwortung zugesprochen bekam.

Lorenz, der sich engagiert und dabei gesundheitlich übernommen hat, wird den Leitungsposten abgeben. Kommissarisch werden Walter Delle Carth („Welt“), Lutz Teske („Morgenpost“) und Thorsten Ehrenberg („WamS“) das Sportressort gemeinsam führen. Zudem wird dieses Ressort nicht mehr unter der Führung der „Morgenpost“-Chefredaktion sein, sondern zur „WamS“ wechseln. „WamS“-Chef Thomas Garms bestätigte das. Vermutlich dürfte durch diesen Wechsel der Relaunch der „Morgenpost“ beeinträchtigt sein. Immerhin wollte die Zeitung ihren neuen Auftritt während der WM präsentieren. Die Sportberichterstattung sollte eine besonders große Rolle spielen.usi

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