"DSDS Kids" : Dieter Bohlen holt Kinder an die Mikrofone

„DSDS“ startet mit einer Ausgabe für die Kleinsten. Am Samstagabend wird die insgesamt vierteilige Show erstmals ausgestrahlt. RTL freut es. Doch es gibt viele, die das Konzept äußerst kritisch sehen.

von
Will nett sein zu den Kleinen. Dieter Bohlen hatte die Idee zu „DSDS Kids“.
Will nett sein zu den Kleinen. Dieter Bohlen hatte die Idee zu „DSDS Kids“.Foto: RTL/Stefan Gregorowius

Was im Großen funktioniert, kann im Kleinen doch nicht schiefgehen. Hat sich RTL gedacht und schickt nun den nächsten Sängerwettstreit ins Quotenrennen. Kaum ist die neunte Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ beendet, da geht’s mit der Show auch schon weiter. Der einzige Unterschied ist, dass an diesem Samstagabend keine Erwachsenen, beziehungsweise so eben der Pubertät entschlüpfte Jungkünstler, sondern Kinder auftreten. Kinder wie der zehnjährige Samuel aus Berlin, der den Song „Easy“ von „Cro“ vor Jury und Millionenpublikum zum Besten geben wird. Oder die neunjährige Skyla, die mit blonden langen Haaren und Strahlegesicht den Song „Schlumpfenstern“ von den „Schlümpfen“ vorträgt.

Ist das süß? Oder doch verwerflich? Oder vielleicht einfach nur Klamauk? Auf jeden Fall scheint es zu funktionieren. Knapp 39 000 Bewerbungen sind beim Privatsender für die Show eingegangen – mehr als jemals zuvor beim großen Original. Und viel spricht dafür, dass „DSDS Kids“ auch sonst mindestens ähnlich gut läuft. Zuallererst einmal die Annahme, dass Kinder auf der Bühne immer ziehen. Erst recht, wenn sie dann noch herzerwärmend singen. Wirklich innovativ kommt das Format zwar nicht daher, aber warum sollte im dritten Jahrtausend nicht klappen, womit man schon in den 90er Jahren Erfolg hatte?

In der ARD lief damals „Kinderquatsch mit Michael“, Michael Schanze genauer gesagt. Und RTL zeigte die von Marijke Amado und später Jasmin Wagner moderierte „Mini Playback Show“, in der Kinder unter großem Tamtam Stars und deren Hits imitierten. Amado schickte die Kleinen seinerzeit in eine sogenannte Zauberkugel, und flugs wurde aus der kleinen Nina die große Madonna. Die Zauberkugel ist heute verschwunden, und mit ihr auch die allzu dick aufgetragene Schminke und die überladenen Verkleidungen. Das Grundkonzept aber ist geblieben wie die Kritik daran. Schon nach der ersten „Mini Playback Show“ am 31. Dezember 1990 stießen sich viele an der Dar- und Zurschaustellung der Kleinen.

16 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben