Edward Snowden zurück in die USA? : Whistleblower nennt Bedingungen für Rückkehr

Der US-Whistleblower Edward Snowden, der sich vor den amerikanischen Behörden in Russland versteckt, hat die Bedingungen für seine Rückkehr in die USA genannt.

Edward Snowden
Edward SnowdenFoto: REUTERS

Laut Snowden, der via Skype beim New Hampshire Liberty Forum das Wort ergriffen hat, wird er einer Auslieferung in die USA zustimmen, sofern ihm die amerikanische Regierung einen fairen Prozess zusichert.

„Ich habe der Regierung gesagt, dass ich zurückkommen werde, sofern mir ein fairer Prozess garantiert wird, in dem ich mich öffentlich verteidigen darf und auch begründen kann, warum ich geheime Information publik gemacht habe. Dann soll eine Jury über mich entscheiden“, zitierte der TV-Sender WMUR9 Snowden.

„Die USA kritisieren mich dafür, dass ich in Russland bin, aber zugleich lassen sie mich nicht ausreisen“, fügte er hinzu. Snowden hatte extern für die US-Geheimdienste NSA und CIA gearbeitet, bevor er im Juni 2013 dem „Guardian“ Details zu geheimen Spähprogrammen der USA preisgab.

Der Enthüller versteckte sich zunächst in Hongkong und kam dann nach Moskau. Die USA fahnden nach ihm wegen Spionage. Im Sommer 2013 ersuchte der Whistleblower Russland um Asyl, das ihm auch gewährt wurde. Ein Jahr später erhielt Snowden eine dreijährige Aufenthaltsgenehmigung in Russland.

In seiner Heimat USA droht Snowden ein Prozess wegen Spionage und Geheimnisverrats und eine lange Haft. Im Oktober 2015 hatte das Europäische Parlament die EU-Mitgliedstaaten aufgefordert, dem ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiter Schutz zu gewähren. In einer Resolution für mehr Datenschutz appellierte das Parlament an die EU-Länder, jegliche Strafverfolgung gegen Snowden fallen zu lassen und angesichts seines Status als „Enthüller und internationaler Verteidiger von Menschenrechten“ seine Ausweisung oder Überstellung durch eine dritte Partei zu verhindern.

Auch Wikileaks-Gründer Julian Assange hat vor kurzem angekündigt, seine Zuflucht, die Botschaft von Ecuador in London, zu verlassen. meh

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