Ehemaliger MDR-Unterhaltungschef : Udo Foht muss vor Gericht

Betrug und Steuerhinterziehung, Untreue und Bestechlichkeit: So lauten die Anklagepunkte gegen den früheren MDR-Unterhaltungschef Udo Foht

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Udo Foht, hier ein Foto von 2007, muss sich vor dem Landgericht Leipzig verantworten. Foto: Promo
Udo Foht, hier ein Foto von 2007, muss sich vor dem Landgericht Leipzig verantworten.Foto: Promo

Udo Foht, der frühere Unterhaltungschef des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), muss sich in absehbarer Zeit vor Gericht verantworten. Das Landgericht Leipzig ließ die Anklage gegen den 66-Jährigen wegen Betrugs in 13 Fällen, Steuerhinterziehung in fünf Fällen sowie Untreue und Bestechlichkeit zu, wie ein Gerichtssprecher am Dienstag mitteilte. Gegen Foht war bereits 2013 Anklage erhoben worden. Er soll demnach jahrelang einen selbstständigen Autor beruflich und finanziell begünstigt haben. Er habe diesem meist auf Umwegen über verschiedene Fernsehproduktionsfirmen Geld zukommen lassen. Aufgrund der Betrugsmasche entstand demnach dem MDR in den Jahren 2008 bis 2011 ein Schaden von 250 000 Euro.

Autor wollte Foht auffliegen lassen


Nachdem der Vertrag beendet wurde und die Finanzierung schwieriger wurde, soll der Autor laut Staatsanwaltschaft gedroht haben, alles auffliegen zu lassen und "die berufliche Existenz des Unterhaltungschefs" zu vernichten. Die Anklage richtet sich daher auch gegen den Autor und dessen Rechtsanwalt. Ihnen wird laut Staatsanwaltschaft Erpressung beziehungsweise Beihilfe dazu vorgeworfen. Das Verfahren gegen die beiden wurde abgetrennt.

Noch kein Termin für Hauptverhandlung


Ein Termin für den Beginn der Hauptverhandlung gegen Foht vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts stand zunächst noch nicht fest. Die Staatsanwaltschaft legte Beschwerde ein, weil das Landgericht in einem Fall wegen des Vorwurfs der Untreue die Eröffnung des Verfahrens ablehnte. Dabei ging es um den Vorwurf, Udo Foht habe mit einem Mann als Gegenleistungen für geflossene Zahlungen vereinbart, dass dieser eine erhöhte Rechnung für die Produktion einer Sendung stellen könne. Dafür sah die Kammer des Gerichts keine ausreichenden Hinweise. (mit AFP)

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