Medien : Ein Fall für Schweiger

Der Schauspieler wird beim Hamburger „Tatort“ als Nachfolger von Mehmet Kurtulus gehandelt

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Til Schweiger hat besonders mit seinen Komödien Erfolge gefeiert. In Filmen wie „Inglourious Basterds“ hat er gezeigt, dass er auch anders kann. Foto: dpa
Til Schweiger hat besonders mit seinen Komödien Erfolge gefeiert. In Filmen wie „Inglourious Basterds“ hat er gezeigt, dass er...Foto: dpa

Der sechste und letzte Fall von Mehmet Kurtulus als Cenk Batu im Hamburger „Tatort“ wird im nächsten Frühjahr ausgestrahlt. Die großen Hoffnungen in den Undercover-Agenten haben sich nicht erfüllt, das Publikum fremdelt mit dieser für „Tatort“-Verhältnisse ungewöhnlichen Ermittlerrolle. Möglicherweise hat der NDR aber bereits einen Nachfolger gefunden: Til Schweiger, bekannt nicht zuletzt durch seine komödiantischen Rollen, soll einem Bericht der „Bild“ zufolge künftig an der Alster ermitteln. Das NRD-Fernsehen wolle den 47-Jährigen noch dieses Jahr verpflichten, berichtete das Boulevardblatt am Mittwoch unter Berufung aus Produktionskreise. Vielen TV-Zuschauern dürfte es dann jedoch erneut schwerfallen, Schauspieler und Rolle auf Anhieb in Einklang zu bringen.

Til Schweiger wollte die Informationen nicht bestätigten. Dies gilt auch für den zuständigen Norddeutschen Rundfunk (NDR) und den ARD-Senderverbund. ARD-Unterhaltungschef Thomas Schreiber hielt sich an die Sprachregelung: „An Spekulationen beteiligen wir uns nicht“. Das ist zwar keine Bestätigung, aber auch kein Dementi, zumal Schweiger sich in „Bild“ nahezu wortgleich geäußert hat.

Gerüchte über ein „Tatort“-Engagement Schweigers gibt es seit längerem, der „Spiegel“ hatte vor zwei Monaten über entsprechende NDR-Absichten berichtet. Zu der Hansestadt hat Til Schweiger eine private Bindung: 2004 zog er mit seiner Frau Dana und den gemeinsamen vier Kindern aus den USA in die Hansestadt. Seit der Trennung des Paares pendelt er zwischen Berlin und Hamburg.

Til Schweiger ist ein vielbeschäftigter Schauspieler. Für 2012 wird er in dem Geheimdienstfilm „This means War“ zusammen mit Reese Witherspoon zu sehen sein, weiß die internationale Filmdatenbank IMDB. Der Film ist bereits abgedreht und befindet sich in der Postproduktion. Schweiger soll darin einen FBI-Agenten spielen. Ein ebenfalls interessantes Filmprojekt ist „War below Zero“. Schweiger verkörpert einen im Zweiten Weltkrieg in Grönland stationierten Meteorologen, der zuerst gegen einen dänischen Berufskollegen – gespielt von Mads Mikkelsen („Casino Royal“) – und später mit ihm zusammen ums Überleben in der rauen Umwelt kämpft. International hatte er zuvor in Filmen wie „Lara Croft: Tomb Raider“, „King Arthur“ oder „Inglourious Basterds“ auf sich aufmerksam gemacht.

Mit der Rolle des „Tatort“-Kommissars in Hamburg würde Schweiger hingegen an den Ausgangspunkt seiner Karriere im Fernsehen zurückkehren. Anfang der 90er Jahre hatte Schweiger in der ARD-„Lindenstraße“ die Rolle des Joshua (Jo) Zenker gespielt, der als Bundeswehr-Zeitsoldat der ruhende Pol in der Zenker-Familie war. Überhaupt ist Schweiger ein Multitalent. Unter anderem in seinen Komödien „Keinohrhasen“ und „Kokowääh“ war er nicht nur als Darsteller, sondern auch als Drehbuchautor, Regisseur und Produzent tätig.

Der NDR ist neben einem „Polizeiruf 110“ für drei „Tatort“-Standorte (Hamburg, Kiel, Mecklenburg-Vorpommern) zuständig. Jeder kommt im Jahr auf zwei Folgen, daran soll sich nichts ändern. Die Dreharbeiten für die letzte Kurtulus-Folge finden zur Zeit statt, erste Dreharbeiten mit seinem Nachfolger sollen im Frühsommer 2012 rund um den Hamburger Hafen und die Reeperbahn beginnen. Insgesamt gab es zehn neue Konzepte für den Hamburg-„Tatort“ nach Kurtulus. In der engeren Auswahl waren laut „Bild“ die Schauspieler Jürgen Vogel und Wotan Wilke Möhring. Fest steht: Am 18. Dezember ermittelt Kurtulus zum vorletzten Mal. Titel der Folge ist „Weg ins Paradies“. Klingt fast schon nach einem Schweiger-Film. Kurt Sagatz

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