Erfolgsserie "Game of Thrones" : Wenn Fans zu Drehorten reisen

Wo das Fantasy-Epos "Game of Thrones" gedreht wird, sind Touristen nicht weit. Immer mehr Fans pilgern zu den Kulissen der Serie.

Elena Box

Was Literaturverfilmungen im Tourismus bewirken können, weiß keiner besser als die Neuseeländer. Als Schauplatz für „Der Herr der Ringe“ wurde ihre Insel zum Magnet für Reisende. Dank Hobbit-Häusern zum Anfassen und Wandertouren auf der Route der Filmhelden hält der Ruhm bis heute an.

Royaler Fan: Sogar die Queen besuchte einen "Game of Thrones"-Drehort
Royaler Fan: Sogar die Queen besuchte einen "Game of Thrones"-Drehort.Foto: dpa

Das aktuelle Fantasy-Spektakel „Game of Thrones“ übertrumpft diesen Erfolg noch. Von der Euphorie um die erfolgreiche Serie profitieren gleich mehrere Länder: Für das Epos (es läuft in Deutschland bei Sky und RTL 2) wird an Schauplätzen von Europa bis Afrika gedreht. Derzeit laufen die Arbeiten zur fünften Staffel. Die vom Mittelalter inspirierten Bilder entstehen in Nordirland, Schottland, Marokko, Island, Griechenland, Südspanien, Malta und Kroatien. Fans haben also eine breite Auswahl an Reisezielen, um auf den Spuren der Könige, Krieger, Huren und „Wildlinge“ der Serie zu wandeln. Vor Ort ist man vorbereitet: Zahlreiche Reiseagenturen bieten Führungen zu den Drehorten an.

Sogar die Queen besuchte einen "Game of Thrones"- Drehort

Wo das „GoT“-Team dreht, macht sich umgehend der touristische Effekt bemerkbar. Nordirland bekam durch die Serie die größte Medienpräsenz, die die Region jemals abseits von Politik und blutigen Konflikten hatte. Selbst Königin Elizabeth II. besuchte das Filmstudio Paint Hall in Belfast, wo viele Innenaufnahmen entstehen. Ein Foto der Monarchin vor dem umkämpften „Eisernen Thron“ ging um die Welt. In der Nähe befinden sich weitere Drehorte, darunter Castle Ward, Fans der Serie bekannt als Schloss Winterfell, oder das Dorf Ballintoy, das sich in die „Eiseninseln“ verwandelt. Manche Touren dorthin bieten auch Extras wie Bogenschießen oder Kostümproben an.

Jenseits von Irland warten Drehorte im mediterranen Kroatien. Die Altstadt von Dubrovnik, die zum Unesco-Kulturerbe gehört, wird bei „Game of Thrones“ zur Westeros-Metropole Königsmund. Szenen einer entscheidenden Schlacht entstanden in der Bucht des Burgfelsens. Vom nördlich gelegenen Split verläuft ein Rundweg zu Drehorten wie den römischen Ruinen des Diokletianpalastes und dem Fort von Klis. Auch wenn Split erst in der vierten Staffel auf die „GoT“-Landkarte rückte, bietet die Stadt bereits Touren an: Von kurzen Besichtigungsfahrten bis hin zu Tagestrips, inklusive „Dinner im Game-of-Thrones-Stil“.

Gedreht wird überall: Von Island bis Marokko

Südliche Kulissen boten die Metéora-Klöstern in Griechenland, die Stadt Mdina auf Malta sowie die Schwesterninsel Gozo. Sie lieferten die Szenerie für eine wilde Film-Hochzeit. Für Orte auf Westeros' exotischem Nachbarkontinent Essos zogen die Dreharbeiten an die marokkanische Küste nach Essaouira und ins Atlas-Dorf Ait-Ben-Haddou, wo schon „Gladiator“ und „Lawrence von Arabien“ gedreht wurden. Alles, was in „GoT“ „jenseits der Mauer“ passiert, wird im Vatnajökull-Nationalpark in Island gedreht. Dessen Eisfelder und karge Gletscher bilden die Grenze zu den wilden Königreichen im Norden. Hier bieten Veranstalter „GoT“-Tourpakete von bis zu zwölf Trecking-Tagen an.

Mit dem Dreh der fünften Staffel gesellt sich außerdem die südspanische Stadt Sevilla zu den Settings. Auch wenn sich der US-Produzent HBO noch bedeckt hält, deutet viel darauf hin, dass die maurische Palastanlage des Alcázar Sitz des Königreichs Dorne wird. Als dies Anfang Juli bekannt wurde, trafen innerhalb von zwei Tagen 16 000 Bewerbungen für Statistenrollen bei der örtlichen Produktionsfirma Fresco Films ein. Ein im Netz verbreitetes Video über ein kostenpflichtiges Casting wurde als Fälschung zurückgewiesen.

Auf Außenstehende mag der Hype um „Game of Thrones“ unverständlich wirken. Doch auch wenn die Serien-Welt ins Reich der Fantasie gehört – in Wirklichkeit wächst die Landkarte der Drehorte für Westeros und Co. weiter. Und auch die Touristenströme zu ihnen sind absolut echt. (dpa)

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