Medien : Erotik und Sicherheitsroboter

Tom Peuckert

verrät, was Sie nicht verpassen sollten Oft schon haben wir eine Gesamtlektüre der Proust’schen „Recherche“ ins Auge gefasst. Aber dann sind wir doch irgendwo auf den ersten hundert Seiten des großen Werkes stecken geblieben. Wer bisher noch weniger Marcel Proust geschafft hat, kann es nun mit einer schönen dreiteiligen Radiofassung von „Combray“ versuchen, der Ouvertüre zum monumentalen Buch. Nach drei knapp einstündigen Hörspielen weiß man ganz gut Bescheid über die aristokratische Melancholie, die ein Franzose hier in die Weltliteratur eingeführt hat. Der Schauspieler Sylvester Groth gibt furios die Rolle des Erzählers: changierend zwischen asthmatischen Reflexionen eines alternden Dichters in seiner Matratzengruft und jubelnden Erinnerungen an die erotische Fülle eines eben beginnenden Lebens (SWR 2, 16./20./23. Mai, jeweils 16 Uhr 05, Kabel UKW 107,85 MHz).

Mit Proust geht es auf der Zeitachse stetig rückwärts. Weit nach vorne kommen wir dagegen in Matthias Eckoldts Feature „Roboter und Kampfmaschi nen “. Der Autor erzählt von einer Zukunft, wie sie uns die künstliche Intelligenz-Forschung verspricht. Die gute Nachricht zuerst: Terminatoren und ähnliche Unholde sind noch lange nicht in Sicht. Andererseits kommt bei Eckoldt ein cleverer Praktiker zu Wort, der Wachroboter für den europäischen Sicherheitsmarkt konstruiert. Tonnenförmige Schnüffelapparate auf Rädern, die Feinde aufspüren und auch bekämpfen können (Deutschlandradio, 15. Mai, 19 Uhr 05, UKW 89,6 MHz).

Eine gute Nachricht für die Freunde des Dichters Dylan Thomas : Sein berühmtes Hörspiel „Unter dem Milch wald“ kann nun in einer neuen, sehr opulenten deutschen Inszenierung bewundert werden. Ein Tag im Leben eine walisischen Dorfes: rauschende Bewusstseinsströme, krachende Emotionen, blühende Metaphern. In einer tragenden Rolle ist Harry Rowohlt zu hören (Deutschlandfunk, 15. Mai, 20 Uhr 05, UKW 97,7 MHz).

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