Medien : „Es braucht Zeit, eine Platte zu produzieren“

-

Herr Stein, würde eine Riesenshow wie „Deutschland sucht den Superstar“ auch mit guter Musik funktionieren?

Was ist gute Musik? Sollen die Kandidaten Arien singen, sollen sie Volksmusik singen? Bei „American Idol“ laufen auch Poptitel. Ich finde die Musik an sich kann man nicht kritisieren.

Warum werden dann die Kandidaten, die wirklich singen können, so oft herausgewählt?

Das entscheidet allein das Publikum. Problematisch wird es, wenn das Publikum aus Gag jemanden reinwählt, ihm später aber nicht treu bleibt. Das ist natürlich unfair, aber der Lauf der Dinge. Es gewinnt nicht immer die beste Stimme. Martin Stosch ist ein Kind des Glücks, seine Stimme ist eher Durchschnitt. Bei Francisca Urio haben bestimmt viele nicht angerufen, weil sie dachten, die singt am besten, die kommt auf jeden Fall weiter.

Kann der Gewinner von „DSDS“ wirklich erfolgreich werden. Von den meisten Ex-Kandidaten hört man gar nichts mehr. Was macht zum Beispiel Elli Erl, die Siegerin der zweiten Staffel?

Elli hat auf meinen Wunsch hin erst mal ihr Studium fertig gemacht. Das war meine Bedingung an sie, vorher hätte ich nicht mit ihr gearbeitet. Nun hat sie ihr Studium beendet und im Juli kommt ihre Platte raus. Dass das mitunter so wirkt, als sei der Ex-Kandidat vom Erdboden verschluckt, liegt daran, dass man Zeit braucht, um eine Platte zu produzieren.

Was macht das Ausland bei Castingshows besser?

Es wird viel mehr Geld ausgegeben. In Amerika zum Beispiel haben Sie eine größere Auswahl an Kandidaten. Zudem werden Shows vom Publikum besser angenommen. Außerdem sind Fans und Medien den Gewinnern gegenüber treuer als hier. Kelly Clarkson, die „American Idol“ gewonnen hat, ist da ein gutes Beispiel.

Thomas M. Stein , 57, ist Vorstandsvorsitzender der Jack White Productions AG. Stein war Manager bei BMG und Jury-Mitglied bei „DSDS“. Mit ihm sprach Yoko Rückerl.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben