Medien : „Es ist normal, verschieden zu sein“

Guildo Horn moderiert Talkshow mit Behinderten

Tilman P. Gangloff

So richtig mutig war der Südwestrundfunk (SWR) dann doch nicht. Der Sender lässt den Sänger Guildo Horn, der 1998 Deutschland mit dem Lied „Piep, piep, piep, Guildo hat euch lieb“ beim Grand Prix d’Eurovision vertrat, zwar in eigener Talkshow mit behinderten Gästen plaudern, strahlt die Sendung aber erst um 23 Uhr aus. Aber besser als nichts.

Während sich für die Präsenz ausländischer Mitbürger im Fernsehen mittlerweile eine Lobby mit prominenten Fürsprechern gefunden hat, kommen Behinderte nach wie vor kaum vor. Hin und wieder ist mal einer eine wichtige Nebenfigur in einem Familienfilm (und wird dann in der Regel von Bobby Brederlow verkörpert). In Guildo Horns Talkshow geht es allerdings überhaupt nicht um das Leben mit einer Behinderung; und das ist der Kniff an der Sache. Weil es, wie Horn das Motto der Sendung beschreibt, „ganz normal ist, verschieden zu sein“, plaudert er mit seinen Gästen über Fußball, Frisuren, Freunde – worüber man eben so redet. Horn hat mal Sozialpädagogik studiert und mehrere Jahre mit geistig behinderten Menschen gearbeitet. Produziert wurden zunächst vier Ausgaben, die jeweils dienstags gegen 23 Uhr im „Dritten“ ausgestrahlt werden.

„Guildo und seine Gäste“, SWR, 23 Uhr 05

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