Medien : Familienalbum

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Tom Peuckert verrät, was

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Gastarbeiter, Teutonengrill, ToskanaFraktion. So heißen die Stichworte zur jüngeren deutsch-italienischen Geschichte. Vor kurzem machte ein römischer Staatssekretär unmissverständlich klar, dass längst nicht alle Italiener die Deutschen mögen. Obwohl der Sinn fürs Dolce vita doch weit ins Teutonische vorgedrungen ist und sogar unser Kanzler seine Ferien am liebsten unter italienischen Künstlern verbringt. Wie die kulturelle Durchmischung der beiden Völker begonnen hat, das erzählen die Brüder Domenico, Peppino und Antonio. Sie kamen vor mehr als drei Jahrzehnten aus Italien und sind in der badischen Provinz hängen geblieben. Männer mit italienischen Wurzeln und einer ausgeprägten deutschen Sozialisation. Nun stehen die Brüder an der Pensionsgrenze und haben viel Zeit für Erinnerungen. Autor Giuseppe Maio – selbst Italiener in Deutschland – hat sich die lange Geschichte erzählen lassen. „I Germanesi" heißt sein Feature. Untertitel: Ein italienisches Familienalbum aus Deutschland (Deutschlandradio, 24. September, 19 Uhr 05, UKW 89,6 MHz).

Wer war Heinrich Brüning? Jeder kennt den Namen, niemand die Geschichte des Mannes. Obwohl Reichskanzler Brüning zu den interessantesten Figuren der Weimarer Republik gehört. Länger als jeder andere hat er die erste deutsche Demokratie regiert. Der Christ und Finanzfachmann scheiterte mit dem Versuch, Deutschland durch solide Staatsfinanzen vorm Extremismus zu retten. Hans Pleschinskis spannendes Feature „Kutscher durchs Inferno" porträtiert Brüning und das Milieu der einstigen Zentrumspartei (Radio Kultur, 25. September, 21 Uhr, UKW 92,4 MHz).

Auch die Engländer haben ihre nationalen Probleme. Zum Beispiel die Sache mit Shakespeare. Kann es wirklich sein, dass dieser Held der europäischen Kulturgeschichte im Privatleben ein Kleinbürger aus Stratford gewesen ist? Oder haben die Verschwörungstheoretiker Recht? Der Name Shakespeare als Maske, dahinter ein weitaus berühmterer Zeitgenosse? Seit endlosen Zeiten tobt der Streit der Fraktionen. Kurt Kreiler fügt ihm ein neues, amüsantes Kapitel hinzu. Sein Feature „Der Mann mit dem Eber" hetzt alle Kontrahenten in Sachen Shakespeare aufeinander. Wenn der Vorhang fällt, ist die Frage nach dem wahren Shakespeare noch rätselhafter geworden (Deutschlandfunk, 26. September, 20 Uhr 10, UKW 97,7 MHz).

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