Fernsehen : Einstweilige Verfügung gegen "Popetwon"

Das Erzbistum München will die Ausstrahlung der Kirchensatire "Popetown" mit einer einstweiligen Verfügung verhindern. Der Musiksender MTV plant die erste Folge der Zeichentrickserie morgen zu senden.

München - Das Erzbischöfliche Ordinariat stellte nach eigenen Angaben am Dienstag einen entsprechenden Antrag beim Landgericht München I. und dann mit Kritikern über eine Fortsetzung diskutieren. Eine vom Erzbistum geforderte Unterlassungserklärung hatte MTV nicht unterzeichnet.

Das Erzbischöfliche Ordinariat wirft dem Musiksender vor, «Popetown» verunglimpfe das Kreuz als zentrales Symbol des Christentums als «Instrument des Klamauks». Zudem würden behinderte Kinder in menschenverachtender Sprache beleidigt. Der 31 Seiten umfassende Antrag auf einstweilige Verfügung richtet sich sowohl gegen die MTV-Serie um einen «durchgeknallten Papst» als auch gegen die Werbung für die Sendung, die einen lachenden Jesus nach der Kreuzigung beim Fernsehen zeigt. Die Unterschrift lautete «Lachen statt rumhängen».

Das Erzbistum sieht in der Serie eine «kollektive Beleidigung gläubiger Katholiken». Zudem erfülle «Popetown» den Straftatbestand der Beschimpfung. Die Sendung gebe den katholischen Glauben und katholische Einrichtungen der Lächerlichkeit preis.

Trotz heftiger Proteste hatte MTV zuvor angekündigt, am Mittwoch mit der Ausstrahlung von «Popetown» zu beginnen. Man gehe von einer positiven Reaktion der Zuschauer aus, hatte MTV erklärt. Die erste Folge war ebenso wie zwei weitere von der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen für das Abendprogramm ab 20.00 Uhr freigegeben worden.

Der Augsburger Bischof Walter Mixa verglich die MTV-Satire am Dienstag mit den umstrittenen Mohammed-Karikaturen. Er begrüßte Initiativen zu einem generellen strafrechtlichen Verbot der Verspottung und Beleidigung von religiösen Inhalten. Solche Hasstiraden seien von der Meinungs-und Kunstfreiheit des Grundgesetzes nicht gedeckt. Die inzwischen zurückgezogene Werbung für die Zeichentrick-Serie beleidige in «übelster Weise» den Papst und sei eine blasphemische Verunglimpfung des christlichen Glaubens und eine persönliche Beleidigung aller Gläubigen. (tso/dpa)

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