Medien : Fernsehmuseum: Heidi

Stephan-Alexander Weichert

Eigentlich ist sie ja die Vorreiterin des momentan so angesagten Manga-Kinos: Heidi, vor 121 Jahren von der Züricher Romanautorin Johanna Spyri zum Leben erweckt, wurde 1974 zur Protagonistin einer 52-teiligen japanischen Zeichentrickserie - und damit unsterblich. Und weil die beiden Regisseure Takahata Isao und Miyazaki Hayao dafür eigens in der Schweiz recherchierten und Tonaufnahmen machten, wirkt der Trickfilm-Import aus Fernost bis heute so authentisch. "Heidi, Heidi, deine Welt sind die Be-her-ge ... " - die Titelhymne von Gitti und Erika ließ jeden Dreikäsehoch vor dem Fernseher aufmerken. Mit Heidi wurde die Welt der Erwachsenen schnell enträtselt. Beispiel Alm-Öhi, Heidis griesgrämiger Großvater: Welches Kind bekam kein Mitleid mit dem einsamen Eremiten? Oder das hysterische Fräulein Rottenmeier - wie haben wir es gehasst! Heidi ist das, was man einen "Longseller" nennt. Bis Harry Potter kam, war sie der erfolgreichste Klassiker der Kinderliteratur. Inzwischen gibt es 15 Verfilmungen, darunter ein Trickfilm-Musical.

Heidi ist aber weitaus mehr als nur eine Roman- und Filmvorlage: Das unschuldige Waisenkind aus dem Kanton Graubünden ist in all den Jahren so etwas wie eine Nationalheldin der Schweizer geworden, auf deren Almpfaden jährlich über 60 000 Touristen wandeln. Dort im Heidi-Dorf, das eigentlich Maienfeld heißt, ist alles Mögliche nach ihr benannt. Neben einem Heidi-Brunnen und einem Heidi-Snack, gibt es auch einen Heidi-Shop, in dem man Heidi-Nippes kaufen kann. Und anlässlich des 100. Todestages von Johanna Spyri am 7. Juli gibt die Schweizer Nationalbank sogar eine Sondermünze aus Gold heraus, die Heidi mit ihrer Lieblingsziege zeigt. Was wohl der Alm-Öhi dazu sagen würde?

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