Medien : Fernsehmuseum: Ottfried Fischer

Markus Huber

Hand aufs Herz - so wie er aussieht, gehört Ottfried Fischer eigentlich nicht hier her. Eine barocke Figur ist er zwar, aber das reicht noch nicht unbedingt fürs Fernsehmuseum. Allein schon sein Auftreten: polternd, laut, lachend. Er ist keine Ikone der deutschen Leitkultur wie Harald Schmidt, er ist noch nicht einmmal Zeitzeuge der deutschen Fernsehgeschichte wie Mutter Beimer aus der "Lindenstraße". Und dass der 100-plus-x-Kilo-Mann ein Vorbild für die fitte deutsche Jugend sein soll, wird wahrscheinlich nicht einmal er selbst glauben. Also kein Museum? Einspruch!

Denn Herr Fischer ist vor allem eines: sympathisch. Dank eines guten Drehbuch-Teams darf er sich einmal pro Woche als "Bulle von Tölz" auszeichnen. Dabei darf er in einem Idyll ermitteln, das längst keines mehr ist. Das kann er gut und glaubhaft, weil er als barocke Figur perfekt in das Idyll passt. Und weil 100-plus-x-Kilo auch nicht das Wahre sind, darf er sogar mit Gewichtsproblemen kämpfen und daran verzweifeln. Auch sehr glaubhaft.

Und dann ist Ottfried Fischer natürlich auch noch Komiker, ebenfalls sehr glaubhaft. Was er in "Ottis Schlachthof" zeigt, ist kein bloßer Schenkel-Klopf-Brüll-Kalauer-Humor, sondern erwachsenes Kabarett. Schließlich war er ja auch der Mann, der gerne CSU-Chef Franz-Josef Strauß imitiert hat und in dieser Rolle sogar den geächteten österreichischen Präsidenten Kurt Waldheim nach München geladen hat. Österreich hat gelacht. Deutschland auch. Und das ist doch vorbildlich für die Jugend.

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