Medien : Fortsetzung folgt?

Kurt Sagatz

„Am laufenden Band“, Samstagabend mit Florian Silbereisen im Ersten. Es war fast so wie immer. Mit einer Ausnahme. Dieses „Laufende Band“ wurde eben doch nicht von dem im Juli verstorbenen Großmeister des Showgeschäfts Rudi Carrell, sondern von Florian Silbereisen in Bewegung gehalten. Dem gelang es auf überzeugende Weise, den Bund mit Kandidaten und Zuschauern einzugehen. Und er zeigte, dass ein so geniales Showkonzept auch dreißig Jahre später noch funktionieren kann – wenn die entscheidenden Ingredienzien im richtigen Verhältnis zusammengemischt werden. Damit ist nicht die Produktauswahl gemeint, die „der Wolfgang“ am Ende aus dem Gedächtnis rezitieren musste. Selbst drei, vier, fünf Reisen wirken im Vergleich zu den Belohnungen anderer Shows bescheiden. Nein, es war die Mischung aus Show und Spiel, die das kurzfristig anberaumte Revival zum Erfolg machten. Selbst die Kastelruther Spatzen klingen auch für Nicht-Volksmusik-Freunde besser, wenn danach „Us 5“ und die drei „Monrose“-Popstars auf der Bühne stehen. Dass einige der Kandidatenspiele nur ganz knapp an der Peinlichkeitsgrenze vorbeischrammten, hieß hingegen nichts – das Reiten auf Esel und Kuh (der „wilden Hilde“) oder das Nachsummen bekannter Songs und die Tanzeinlagen in Känguru- und Entchen-Kostüm hätten das Publikum auch zu Rudi Carrells Zeiten in Verzückung gebracht. Bislang war dieses „Laufende Band“ als einmalige Hommage an den großen Showmaster gedacht. Sollte sich die ARD zu mehr entscheiden, weil 6,3 Millionen Zuschauer und ein Marktanteil von fast 22 Prozent ansehnliche Werte sind, wäre Florian Silbereisen samt Gesangseinlagen – „Wann wird’s mal wieder richtig Winter“ – eine logische Wahl.

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