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Fox News zeigt IS-Verbrennungsvideo : Wie ein Blick in die Gaskammer eines KZ

Der ultrakonservative US-Fernsehsender Sender Fox verteidigt Online-Veröffentlichung des Videos, das die Verbrennung des jordanischen Piloten Muaz al-Kasaesbeh durch den "IS" zeigt.

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Fox News hat das Video mit der Verbrennung des jordanischen Pilotes veröffentlicht. Zwar wurde vor den "schockierenden Bildern" gewarnt, doch das Topvideo startet automatisch.
Fox News hat das Video mit der Verbrennung des jordanischen Pilotes veröffentlicht. Zwar wurde vor den "schockierenden Bildern"...Screenshot: Tsp

Der US-Sender Fox erkennt sehr schnell Freund und Feind. Freunde, das sind die Erzkonservativen in den USA und anderswo, Feinde sind die anderen in „God’s own country“ und global. Der „Islamische Staat“ ist ein Todfeind. Er muss bekämpft werden. So ist es nach Ansicht des Senders nur richtig, das IS-Video zu zeigen, wie der jordanische Pilot Muas al-Kasasbabei lebendigem Leib verbrannt wird.

Die Redaktion begründete den Schritt am Donnerstag damit, dass „die Möglichkeit, sich selbst von der Barbarei des IS zu überzeugen, die berechtigten Sorgen über die explizite Darstellung überwog“. Das Video zeige die „schockierende Tiefe der Verdorbenheit des IS“. Die Nutzer könnten selbst entscheiden, ob sie es sehen wollten. Die prominente Fox-Moderatorin Megyn Kelly verteidigte die Veröffentlichung: „Müssen wir an einem Punkt in dieser Schlacht die Leute nicht daran erinnern, welchem Feind wir gegenüberstehen?“ in ihrer Sendung. „Es ist, als wären wir im Zweiten Weltkrieg und es gäbe eine Chance, in ein Konzentrationslager und in die Gaskammer zu schauen, während der Horror vor sich geht“. Andere Mitarbeiter kritisierten die Entscheidung ihres Senders. „Ich fürchte, dass viele von uns in den Medien dem IS helfen, seine Propaganda zu verbreiten“, sagte Howard Kurtz, Fox News zuständig für die Medienberichterstattung.

Die Terrormiliz nutzt Video zur Propaganda unter den Anhängern

Die Terrormiliz nutzt das Video unterdessen für Propaganda in den eigenen Reihen. Sie hat in ihrer nordsyrischen Hochburg Al-Rakka den Film auf einer Großbildleinwand gezeigt. Die Extremisten verbreiteten dazu im Internet ein Video. Es zeigt Männer, die auf Arabisch „Gott ist groß“ rufen, als der Pilot in Flammen aufgeht. „Das ist das Schicksal eines jeden, der Muslime angreift“, sagt ein Zuschauer. Auch ein etwa zehn Jahre alter Junge wird befragt. Er sei sehr glücklich, sagt er. „Ich hätte ihn mit meinen eigenen Händen verbrannt.“ Joachim Huber

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