Medien : Frank Steffel und die Pressefreiheit: "Gesäubert"

Aus dem Wahlkampfbüro des CDU-Spitzenkandidaten Frank Steffel ist, als E-mail, eine Empfehlung an führende Parteimitglieder gegangen. Man solle, falls man Abonnent sei, die "Berliner Morgenpost" abbestellen und als Begründung angeben: Die Zeitung sei zu CDU-kritisch. Darüber haben wir gestern berichtet.

Es soll also Druck auf eine Zeitung ausgeübt werden. Zeitungen machen Fehler. Man darf Journalisten, wie Politiker, jederzeit öffentlich angreifen und sich empören, aber man darf nicht versuchen, sie auf dem Weg der Intrige oder der Kampagne mundtot zu machen. Denn Zeitungen werden von der Verfassung besonders geschützt, gegen Druck. Pressefreiheit ist ein Grundbestandteil der westlichen Demokratie. An diese Binsenweisheit muss man das Büro des Spitzenkandidaten offenbar erinnern.

Steffel hat einige Fehler gemacht. Die Medien haben darüber berichtet, kommentiert, glossiert, das ist ihr Job. Jetzt wollen seine Mitarbeiter die Probleme, die ihr Chef sich selber eingebrockt hat, als Erfindung böswilliger Journalisten darstellen. Das Ergebnis: Wir kennen jetzt ein weiteres Steffel-Problem, das Problem mit der Pressefreiheit.

Die Berliner Presselandschaft, heißt es im CDU-Brief, sei mittlerweile von bürgerlichen Zeitungen fast "gesäubert". Gesäubert! Auch an der Wortwahl muss im Powerpoint Steffel noch hart gearbeitet werden.

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