Medien : Frühjahrsputz für den PC

Windows bringt die meisten Werkzeuge zur Pflege des Computers bereits mit

Kurt Sagatz

Der lange Winter hat seine Spuren hinterlassen – auch auf dem Computer. Zahlreiche neue Programme wurden installiert, alte entfernt und so manches PC-Spiel ausprobiert. Nicht alles ließ sich rückstandslos wieder entfernen. Selbst die ganz normale Arbeit am PC, das Surfen im Internet und die Nutzung des E-Mail-Programms haben dazu geführt, dass der einst so schnelle Windows-Rechner mit der Zeit immer langsamer wurde. Zum Glück kann man auch dem Computer einen Frühjahrsputz verordnen. Dabei hat man die Wahl, ob man den angefallenen Ballast selbst entfernt oder dies von ausgeklügelten Hilfsprogrammen automatisch erledigen lässt.

WARUM DER PC LANGSAMER WIRD

Wenn der Computer mit der Zeit immer langsamer wird, hat das im Wesentlichen zwei Gründe. Einerseits verändern sich durch das Arbeiten mit dem PC, beim Surfen und beim Mailen die Anordnung der Dateien auf der Festplatte sowie die interne Struktur in einigen wichtigen Datenbanken. Andererseits bleiben bei den meisten Installationen und Deinstallationen immer Rückstände übrig, in Form von nicht mehr benötigten Systembibliotheken und durch fehlerhaft beseitigte Einträge in der zentralen Systemregistrierung von Windows, der Registry.

SCHRITT EINS: WINDOWS AUSMISTEN

Die Hilfsmittel für die Entschlackung bringt Windows XP größtenteils selbst mit. Um den PC von unnötigem Ballast zu befreien, wird das Programm „Datenträgerbereinigung“ gestartet. Es befindet sich im Programmordner „Zubehör“ und dort im Unterordner „Systemprogramme“. Zuerst wird angegeben, welche Festplatte oder Partition bereinigt werden soll. Hierzu sollte vor allem die Systempartition gehören, auf der sich die Windows-Dateien befinden. Windows überprüft danach, welche Dateien problemlos entsorgt werden können. Zudem wird angegeben, wie viel Platz man dadurch gewinnt. Um keinen Schaden anzurichten, sollte man nur die vorgeschlagenen Optionen nutzen. Eine wichtige Zusatzfunktion verbirgt sich hinter dem Reiter „Weitere Optionen“. Durch die Bereinigung der „Systemwiederherstellung“ kann man dafür sorgen, dass nur noch der letzte Wiederherstellungspunkt übrig bleibt. Das schafft einen erheblichen Zugewinn an Festplattenspeicher. Aber: Diese Option sollte nur eingesetzt werden, wenn der Computer einwandfrei funktioniert. Sind erst die anderen Wiederherstellungspunkte gelöscht, kann man den Computer nicht auf einen davorliegenden Zeitpunkt zurücksetzen.

SCHRITT ZWEI: DATENBANKEN SÄUBERN

Durch die ganz normale Nutzung werden die Datenbanken beispielsweise von Outlook und Outlook Express zunehmend langsamer. Neue Mails oder Ereignisse können nicht etwa den frei werdenden Platz gelöschter Einträge übernehmen, sondern werden immer an das Ende gehängt. Dadurch werden die Datenbanken, in denen die Programme ihre Einträge verwalten, immer größer und ab einem gewissen Umfang auch langsamer. Dem kann durch das Komprimieren der Ordner entgegengewirkt werden. In Outlook wird dazu der Hauptpfad mit dem Namen „Outlook Heute“ aktiviert. Danach wird im Menü „Datei“ und „Ordner“ aufgerufen. Über „Eigenschaften“ gelangt man zu einem Fenster, das einen Button „Erweitert“ enthält. In dem Fenster, das sich jetzt öffnet, muss nun auf den Button „Jetzt komprimieren“ gedrückt werden. In „Outlook Express“ wird zuerst der „Lokale Ordner“ aktiviert. Danach wird im Menü „Datei“ die Option „Ordner“ und dort „Alle Ordner komprimieren“ ausgewählt.

SCHRITT DREI: DEFRAGMENTIEREN

Nachdem nun alle überflüssigen Dateien entfernt und die wichtigen Datenbanken komprimiert wurden, sollte die Festplatte aufgeräumt werden. Das ist notwendig, weil Windows neue oder geänderte Dateien nicht immer zusammenhängend abspeichern kann. Experten sprechen dabei von Fragmentierung der Dateien. Dagegen hilft das so genannte Defragmentieren, für das Windows wiederum eine eigene Funktion bereithält.

Zuerst wird dazu der Arbeitsplatz geöffnet, um die verschiedenen Festplatten und Partitionen anzuzeigen. Zunächst wird nun zum Beispiel die Partition „C“ mit der rechten Maustaste angeklickt und die Option „Eigenschaften“ gewählt. Im nun erscheinenden Fenster wird der Reiter „Extras“ gewählt. Im ersten Schritt wird nun die Partition auf Fehler überprüft. Ist dies erledigt, wird die Defragmentierung mit einem Klick auf den Button „Jetzt defragmentieren“ gestartet. Je nach Größe der Festplatte und Grad der Fragmentierung dauert dies auch schon mal mehrere Stunden.

Wer viele Veränderungen an seinem System vornimmt und darum auch häufiger defragmentieren möchte, sollte anstelle des Windows-Defragmentierers allerdings besser ein professionelles Werkzeug wie O&O Defrag Version 8 (www.oo-software.com, rund 50 Euro) einsetzen. Es bietet zusätzliche Optionen unter anderem für einen schnelleren Dateizugriff und defragmentiert zudem erheblich schneller als das Windows-Werkzeug.

SCHRITT VIER: FEHLER BESEITIGEN

Bislang ließen sich alle Schritte auch mit den Programmen von Windows erledigen. Für die Behebung von Fehlern, die durch das Installieren und Deinstallieren von Programmen auftreten, gilt dies leider nicht. Um die Rückstände von alten Programmen zu entfernen und um Fehler in den Zuordnungen von Dateien und Registrierungsinformationen zu beheben, werden Programme wie die „TuneUp Utilities“ oder „Simon Tools XP Tuner“ (siehe Kasten) benötigt. Sie durchsuchen automatisch sämtliche relevanten Einträge unter anderem in der zentralen Windows-Registrierungsdatei, in der alle Informationen zu den installierten Programmen und der Funktion von Windows XP verwaltet werden. Der Einsatz dieser professionellen Helfer zahlt sich auch für jene Computernutzer aus, die Windows nach ihren eigenen Bedürfnissen individuell anpassen wollen. Zwar gibt es dafür auch eine Reihe von kostenlosen Tools und Programmen im Internet, doch die sind eher etwas für die echten Experten. Als Durchschnittsuser ist man hingegen mit den Kaufprogrammen besser beraten.

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