Für Studie : Facebook manipuliert Einträge seiner Mitglieder

Für eine Studie über positive und negative Emotionen hat Facebook den Nachrichtenstrom seiner Nutzer manipuliert. Die Reaktionen darauf fallen eindeutig negativ aus.

Offiziell handelt es sich bei der Spionagesoftware nur um eine Konzeptstudie, doch die funktioniert erstaunlich gut.
Offiziell handelt es sich bei der Spionagesoftware nur um eine Konzeptstudie, doch die funktioniert erstaunlich gut.Foto: dpa

Facebook hat für eine Studie die Auswahl der Einträge im Nachrichtenstrom von einigen hunderttausend Nutzern manipuliert. Bei dem Experiment sollte erforscht werden, wie sich positive und negative Emotionen in Netzwerken ausbreiten. Entsprechend wurden für Nutzer die Einträge ihrer Facebook-Freunde vorgefiltert.

Die Einträge von rund 700 000 Nutzern wurden manipuliert

Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass Menschen, die mehr positive Nachrichten sahen, etwas eher dazu neigten, auch selbst Einträge mit positivem Inhalt zu veröffentlichen – und umgekehrt.

Insgesamt wurden im Januar 2013 für eine Woche die Newsfeeds von knapp 690 000 Nutzern der englischsprachigen Facebook-Version manipuliert. Es wurden über drei Millionen Einträge von einer Software ausgewertet, die per Wortanalyse die Emotion zuordnete.

In dem Papier wird darauf hingewiesen, dass die Datenverwendungsregeln von Facebook, denen die Nutzer zustimmen, ein solches Vorgehen zulassen. Das brachte auch Zweifel an der Aussagekraft der Studie: Das Blog „Psych Central“ verwies auf Schwierigkeiten der Software, die Stimmung eines Eintrags nur anhand einzelner Wörter zuzuordnen. Von Facebook gab es zunächst keine Reaktion. dpa/Tsp

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