Fußball-Moderator im Interview : Oliver Welke: „Alleine geht gar nicht“

Der neue „ran“-Moderator Oliver Welke hat keine Angst vor Johannes B. Kerner, der sein Kollege bei Sat 1 werden könnte.

Joachim Huber
268922_0_a2ef21c0.jpg
Immer am Ball. Moderator Oliver WelkeFoto: ddp

Herr Welke, Sie werden von August an für Sat 1 Übertragungen des Uefa-Cups und der Champions League moderieren. Ist das spannender als jedes Wochenende Fußball-Bundesliga?



Spannender insofern, als man immer wieder die Weltstars des Fußballs live bei der Arbeit sieht. Man kommt insgesamt mehr rum. Dafür muss man aber auch jede Saison zittern, dass die deutschen Vereine nicht so früh rausfliegen. Denn das hat auf die Quote keine schönen Auswirkungen.

Werden Sie das wiederbelebte „ran“ alleine moderieren? Jetzt wird spekuliert, dass Johannes B. Kerner vom ZDF zu Sat 1 wechseln könnte und dann die Nummer 1 wäre.

Alleine geht gar nicht. Dafür sind das zu viele Spiele. An den Spekulationen zu möglichen Kollegen beteilige ich mich lieber nicht und nehme es, wie es kommt. Ich kann’s ja eh nicht beeinflussen.

Sat 1 preist Sie als „ein bekanntes und beliebtes ,ran''-Gesicht“, die „Süddeutsche" gibt Ihnen das Prädikat „nett, ein lustiger Kerl aus der westfälischen Provinz“. Das klingt nach Frank Elstner und nicht nach eisenhartem Fußball-Beobachtungsprofi.

Wieso? Das hat die „SZ“ doch dieses Mal astrein recherchiert. Ich bin nett, ich bin lustig, ich bin im Kreis Gütersloh aufgewachsen. Stimmt alles. Gut, man hätte auch erwähnen können, dass ich bis 2006 bereits zehn Jahre für Sat 1 Bundesliga und Champions League moderiert habe, aber das hätte wahrscheinlich den Satzbau gestört.

Im heutigen Fernseh-Fußball-Business tritt ein Moderator stets mit einem Experten auf – siehe das ZDF-Duo Johannes Kerner/Oliver Kahn. Sie waren mal mit Paul Breitner „verheiratet“. Hat der wieder Zeit für Sie?

Ja, Paul und ich waren ein Traumpaar. Aber leider übernimmt der ja immer mehr Funktionen beim FC Bayern und kann nicht mehr so offen über den Verein sprechen wie früher. Wir werden also jemand anderen finden müssen und uns lieber privat treffen.

Welcher Sender auch immer eine neue Fußball-Redaktion aufbaut, stets werden dieselben Namen gehandelt. Ist dieses Geschäft einfach nur inzestuös?

Den Eindruck kann man schon bekommen. Ich habe ja für Sat 1, Arena und Pro Sieben Fußball moderiert, aber eigentlich immer mit denselben Leuten gearbeitet. Was auch Vorteile hat: Ich kann mir immer schlechter neue Namen merken.

Sie arbeiten als Journalist, Moderator, Autor, Sprecher und Darsteller. Sind Ihnen so viele Talente nicht selbst unheimlich?

Das mit dem Darsteller können wir wieder streichen. In unseren „Wixxer“-Spielfilmen durfte ich nur mitspielen, weil ich am Drehbuch mitgeschrieben habe. Aber das Schreiben fürs Fernsehen wird tatsächlich immer mehr zu einem Standbein. Wir Jungs aus der westfälischen Provinz haben gerne mehrere Standbeine.

Das Interview führte Joachim Huber.

„Uefa-Cup: Hamburger SV – Manchester City“, 20 Uhr 15, Sat 1

Oliver Welke, 43, wird für Sat 1 drei Jahre lang die Übertragungen von Uefa-Cup und Champions League moderieren. Er hat für Sat 1 bereits an zahlreichen „ran“-Ausgaben mitgearbeitet.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben