Zornige Vögel : Der Flug des Aras

Das Smartphone-Spiel „Angry Birds Rio“, das Werbung für einen neuen 20th-Century-Fox-Animationsfilm macht, wurde bereits zehn Millionen Mal heruntergeladen.

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Das neueste „Angry Birds“-Spiel macht Werbung für den Animationsfilm „Rio“, der am Donnerstag startet. Screenshot: Promo
Das neueste „Angry Birds“-Spiel macht Werbung für den Animationsfilm „Rio“, der am Donnerstag startet. Screenshot: Promo

Als großer Flieger ist die Papageienart der Aras nicht bekannt, vor allem, wenn sie wie der Ara Blu im Animationsfilm „Rio“ in einem Käfig in Minnesota gehalten werden. Sein Leben wird auf den Kopf gestellt, als es ihn ins trubelige Brasilien verschlägt, der Heimat des weiblichen Aras Jewel. Am Donnerstag kommt „Rio“ von Regisseur Carlos Saldanha – der bereits an den „Ice Age“-Filmen beteiligt war – in die Kinos. 20th Century Fox kann durchaus auf einen Erfolg hoffen, das deutet zumindest eine Kooperation mit den Erfindern des Smartphone-Spiels „Angry Birds“ an. Vom Promotionableger „Angry Birds Rio“ wurden innerhalb von zehn Tagen zehn Millionen Kopien heruntergeladen. Das Spiel der finnischen Spiele-Firma Rovio Mobile gibt es in einer werbefinanzierten Kostenlosvariante oder in einer Kaufversion. Für die iPad-Version werden 2,40 Euro fällig, fürs iPhone gibt es das Spiel bereits für 80 Cent.

Die „Angry Birds“ gehören zu den erfolgreichsten Smartphone-Spielen überhaupt. Das Spielprinzip ist genauso einfach wie bizarr. Auch in der neuen „Rio“-Variante werden die Vögel in eine Schleuder gespannt, um sie möglichst treffsicher zur Befreiung eingesperrter Aras oder zum Verjagen frecher Affen einzusetzen. Die „Angry Birds“ haben je nach Farbe unterschiedliche Fähigkeiten. Wird ein blauer Vogel während des Fluges angetippt, werden daraus drei kleinere, die nun mehrere Ziele treffen können. Ein gelber Vogel bekommt durch das Antippen mehr Speed und somit eine höhere Durchschlagskraft. Allerdings sind die Aufgaben längst nicht so simpel wie das Spielprinzip; bis ein Level erfolgreich abgeschlossen wird, werden schnell ein Dutzend oder mehr Versuche benötigt.

Die zornigen Vögel sind in mancher Hinsicht vergleichbar mit dem „Moorhuhn“-Spiel zu Ende der 90er Jahre. Dabei haben die Spieler im schottischen Hochland zum Ärger der Tierschützer die Vögel dutzendweise vom Himmel geschossen. Das Werbespiel für eine schottische Whiskymarke katapultierte das Bochumer Software-Unternehmen Phenomedia sogar an die Börse. Nach dem Höhenflug kam allerdings ein tiefer Fall, denn wegen krimineller Machenschaften des Unternehmenschefs ging Phenomedia später in die Insolvenz.

Rovio Mobile hat seit 2003 rund 50 Spiele für Handys produziert. Mit den vor zwei Jahren gestarteten kleinen Vögeln hat es noch große Pläne: Für Mac-Computer gibt es das Spiel als App, weitere Versionen für die mobilen Konsolen Playstation Portable und Nintendo DS sind genauso geplant wie für die große Playstation und für Windows-Smartphones. Im Mai sollen die „Angry Birds“ sogar als Brettspiel auf den Markt kommen. Man darf gespannt sein, wie die Schleuder dann aussieht. Kurt Sagatz

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