Geschäft : Berliner Verlag soll am Dienstag verkauft werden

Der Berliner Verlag geht von der britischen Mecom-Gruppe in die Hände des Kölner Verlags M. DuMont Schauberg über. Neuer alter Chefredakteur der "Berliner Zeitung" wird Uwe Vorkötter.

Sonja Pohlmann

Dass Uwe Vorkötter bald nicht mehr nur als Chefredakteur die „Frankfurter Rundschau“ („FR“) führen, sondern zumindest übergangsweise auch an die Spitze der „Berliner Zeitung“ rücken wird, gilt in Verlagskreisen als wahrscheinlich. Die „FR“ gehört zum Kölner Verlag M. DuMont Schauberg, der wohl am Dienstag die Übernahme des Berliner Verlags von der britischen Mecom-Gruppe des Finanzinvestors David Montgomery verkünden wird. Vorkötter war 2006 zur „Rundschau“ gewechselt, nachdem Montgomery den Berliner Verlag gekauft hatte. Verleger Alfred Neven DuMont dürfte froh sein, mit Vorkötter einen Mann im Haus zu haben, der die „Berliner Zeitung“ gut kennt.

Doch am Montag dementierte Vorkötter bereits vorab Gerüchte, dass beide Blätter künftig von einem gemeinsamen Newsdesk aus Berlin gelenkt werden sollen, um Kosten zu sparen. Ebenso sei kein überregionaler Newsdesk in Frankfurt geplant. Beide Blätter sollen ihre publizistische Identität bewahren, heißt es aus der „FR“.

Dass Verleger Alfred Neven DuMont nach der Übernahme Synergieeffekte nutzen wird, ist jedoch wahrscheinlich. Schon jetzt tauschen „Kölner Stadt-Anzeiger“ und „Rundschau“ untereinander Artikel aus, eine ähnliche Zusammenarbeit könnte es künftig auch mit der „Berliner Zeitung“ geben. Ob und welche Ressorts der Zeitungen fusioniert werden, wird wohl in den nächsten Wochen ausgearbeitet. Etwa zwei Monate dürfte es dauern, bis Kartellamt und Hauptversammlung der Mecom-Gruppe die Übernahme abgesegnet haben.

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