Medien : Große Helden, großer Spaß

King Kong, Harry Potter, Matrix – die Computerspiele gehen weit über die Filmhandlung hinaus

Bertram Küster,Kurt Sagatz

Von Bertram Küster und Kurt Sagatz

Die besten Filme des Jahres feiern bereits seit einiger Zeit zu Weihnachten ihr Comeback als Computerspiele. In diesem Jahr gibt es mit den Auskopplungen von „King Kong“ und „Harry Potter und der Feuerkelch“ immerhin zwei Titel, die sogar noch aktuell in den Kinos laufen und zudem mehr sind als reines Merchandising, also die multimediale Zweitverwertung von Hollywood-Blockbustern. Die Grundidee der Filme bleibt zwar erhalten, aber egal ob Riesenaffe, Zauberlehrling oder der „Matrix“-Hacker Neo – im Spiel gibt es viele Handlungen jenseits des Kinoerlebnisses für das jugendliche Zielpublikum.

PETER JACKSONS KING KONG

Für das PC-Spiel „King Kong“ von Ubisoft wurde der französische Spielemacher Michel Ancel eigens von Regisseur Peter Jackson angeworben und war sehr eng mit der Filmproduktion verbunden. Der Spieler steuert entweder Jack Driscoll oder den Riesenaffen selbst. In der Rolle von Driscoll erlebt man das Geschehen aus der Ego-Perspektive. Überraschendes Spielelement: Statt zu kämpfen hilft angesichts der meterhohen Saurier auf „Skull Island“ oft nur die Flucht. Ganz anders geht es zu, wenn der Spieler als Kong agiert. Der nimmt es mit Raptoren gleich im Dutzend auf und darf am Ende das Empire State Building erklimmen. Die Umsetzung bleibt dank der Kulissen, der Soundeffekte und der Original-Synchronstimmen stets nah an der Vorlage. Voraussetzung für „King Kong“ ist ein High-End- PC mit Windows, der Preis liegt bei 40 Euro.

HARRY POTTER UND DER FEUERKELCH

Auch der vierte Teil der Zaubersaga um Harry Potter richtete sich an ein etwas älteres Publikum. Die Fans wachsen eben mit, heißt es bei der Spielumsetzung von „Harry Potter und der Feuerkelch“. Auch im Electronic-Arts-Spiel wird es nun kniffliger: Je nach Situation muss sich der Spieler entscheiden, ob er nun einen Zauber oder einen Fluch anwenden will. Mitunter hilft nur der Gemeinschaftszauber „Magicus Extremos“. Auch bei den handelnden Personen hat man die Wahl: Vor jeder Runde kann man entscheiden, ob man nun als Harry, Ron oder Hermine ins Abenteuer zieht. Bis jedoch Harry im Trimagischen Turnier gegen Drachen, Unterwasserwesen und am Ende sogar gegen Voldemort kämpft, muss der Spieler seine zauberischen Fähigkeiten trainieren. So haben auch Fans eine Chance, die zum ersten Mal ein Harry-Potter- Spiel wagen, vorausgesetzt, der Windows-Computer verfügt mindestens über einen 1,2-Gigahertz-Chip der Baureihe Pentium III. Preis: rund 45 Euro. Zielgruppe: Spieler ab zehn Jahren.

MATRIX – PATH OF NEO

Fans der „Matrix“-Trilogie dürfen in „Path of Neo“ von Atari erstmals in die Rolle von Neo, dem Auserwählten, schlüpfen. Die Handlung des Action- Spiels orientiert sich an allen drei Filmen, weicht aber gelegentlich von der Vorlage ab. Wer das Spiel komplett durchspielt, bekommt sogar ein alternatives Ende zu sehen. Vorher dreht sich fast alles um die im typischen „Matrix“-Stil gehaltenen Kämpfe. Auch der Kampf gegen die Klone des Agenten Smith darf nicht fehlen. Zwar gibt es gelegentlich Schleich- und Rätseleinlagen, doch die bleiben eher selten. Während die Atmosphäre der Filme sehr gut eingefangen wurde, hinkt die Grafik aktuellen Titeln hinterher. Dennoch: wer die Filme mochte, wird auch mit dem Spiel seinen Spaß haben. Das Spiel läuft auf Standard-PCs, rund 45 Euro.

SIMS 2 WEIHNACHTSPAKET

Das Weihnachtspaket zur beliebten Sims-2-Simulation ist nur auf den ersten Blick ein echtes Schnäppchen. Während die letzte Erweiterung – „Die Sims 2: Nightlife“ – rund 27 Euro kostet, gibt es das Weihnachtspaket zwar für schlappe 13 Euro. Dafür reichen die festlichen Dekorationen nicht viel weiter als von Lichterketten bis zum Schneemann. Der Weihnachtsmann schneit zwar auch herein, allerdings nur, wenn man zuvor für Plätzchen gesorgt hat. Zwischendurch brennt immer mal wieder der Weihnachtsbaum ab, und zu Silvester sprüht das Feuerwerk. Die echten Sims-Fans wird’s dennoch erfreuen. Geeignet für Spieler und Spielerinnen ab zehn Jahren.

AGE OF EMPIRES 3

Die Neue Welt hat zwar nicht gerade auf die Kolonialisierung gewartet, abenteuerlich genug für ein Echtzeit-Strategiespiel war diese Epoche dennoch. Im dritten Teil von „Age of Empires“ (Microsoft Games) werden Siedler und Streitkräfte einer von insgesamt acht zur Verfügung stehenden Großmächte nach Amerika gesandt, um dort wirtschaftliche Größe und geografische Macht zu erringen. Mit dabei: Franzosen, Briten, auch Deutsche und Osmanen. Mit modernem Geschichtsunterricht hat dies freilich wenig zu tun, die Historie liefert nur den Hintergrund. Immerhin: Für ein Spiel enthält „Age of Empires“ fast so etwas wie kritische Untertöne. So kann der Spieler Franzosen und Briten gegeneinander ausspielen und auch den Indianern kommen wichtige Aufgaben zu. Vor allem aber soll sich der Spieler an der nochmals gesteigerten Detailfreude erfreuen. Dafür wurden einige Aufbauelemente vereinfacht, die gewaltigen Schlachten mit Musketen und Kanonen sind dagegen geblieben. Zeit genug dafür sollte man mitbringen: Die 24 Szenarien erfordern Ausdauer – und einen schnellen Rechner (möglichst Pentium 4). Zielgruppe: Spieler ab zwölf Jahren. Preis: rund 40 Euro.

PRO EVOLUTION SOCCER 5

Kurz vor dem WM-Jahr darf eine gute Fußball-Simulation nicht fehlen: „Pro Evolution Soccer 5“ heißt derzeit das Maß aller Dinge, wenn es sich am PC um das Runde und das Eckige dreht. Zwar benötigen nicht nur Neulinge etwas Übung, doch dafür kommt das Spielgeschehen dem realen Fußball näher als jedes andere Spiel. Ein Geheimnis des Erfolgs von „Pro Evolution Soccer“ sind die vielfältigen Animationen. Da geraten gefoulte Spieler während eines Flankenlaufs ins Straucheln, fangen sich wieder, um ihren Spielzug doch noch gekonnt zu Ende zu führen. Und wenn ein Schuss an den Pfosten knallt, sinkt der Schütze enttäuscht auf die Knie. In puncto Lizenzen haben Konamis Kicker weiterhin das Nachsehen. In der Bundesliga spielt nicht Hertha BSC, sondern „Hauptstadt“. Benötigt wird ein Windows-Standard- PC, das Spiel kostet rund 40 Euro.

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