Medien : Guido Knopp: Zwischen Emmy und Untergang

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Guido Knopp, Leiter der ZDFRedaktion Zeitgeschichte und Hitler-Experte, findet den Kinofilm „Der Untergang“ „eindrucksvoll“. Dieser nehme sich zwar künstlerische Freiheiten, aber diese sind, so Knopp, legitim. Ein Spielfilm „darf eine These“ haben. „Dass Eva Braun nicht auf dem Tisch getanzt hat, ist klar“, sagt Knopp.

Zurzeit dreht Knopp selbst an einem Film mit einem ähnlichen Thema: über die letzten Tage von Berlin vor der Befreiung durch die Alliierten aus West und Ost. Der Titel: „Die letzte Schlacht“. Knopp sagt, dass sein Doku-Drama eine „notwendige Ergänzung“ zum Film „Der Untergang“ sei. Es zeige nämlich, was die Menschen oberhalb des Bunkers erleiden mussten: „Wir wollten mit dem Film die Verabschiedung von der Wirklichkeit im Bunker mit der kalten Wirklichkeit oberhalb des Bunkers kontrastieren.“

Sein Film, sagt Knopp, habe einen „authentischen Anspruch“. Für das Drehbuch wurden etwa hundert Interviews mit Zeitzeugen geführt, die die Schlacht um Berlin miterlebt hatten. Hitler hat in der Dokumentation zwei kurze Auftritte: „Er ist das Phantom des Bunkers und wird immer von sehr weit weg gezeigt“, sagt Autor Hans-Christoph Blumenberg. Übernehmen wird die Rolle der polnische Schauspieler Aleksander Polek. Gezeigt wird „Die letzte Schlacht“ im kommenden Frühjahr.

Gestern wurde auch bekannt, dass Knopps ZDF-Dokumentation „Stalin“ für den US-Fernsehpreis Emmy nominiert wurde. Auf Grund ihrer „herausragender Recherche-Leistungen“ kam sie in die Endausscheidung. tef

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