Medien : Hinrichtung im Blair-Witch-Stil

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Frau Fritzsche, worüber haben Sie sich in den Medien in der vergangenen Woche am meisten geärgert?

Über die vielen verschieden Perspektiven des hängenden Saddam. Egal, ob im Internet oder im Fernsehen – man kam an den Bildern ja gar nicht vorbei. Wobei die Bilder ja noch harmlos sind im Vergleich zu dem Mitschnitt im Blair-WitchStil, den man ohne langes Suchen ungekürzt und unzensiert anschauen kann. Ich habe das nicht getan, weil ich weiß, dass mich das mindestens drei Tage lang den Schlaf kosten würde. Aber viele andere können dann doch nicht widerstehen, und der altkluge Hinweis „Du musst es ja nicht anklicken“ geht erdenklich naiv an dem Problem vorbei. Ein Leben hat der Spuk ja schon gekostet: Ein kleiner US-amerikanischer Junge hatte die Bilder im Fernsehen gesehen und die Hinrichtungsszene im Kinderzimmer nachgespielt. Er ist jetzt nicht Protagonist eines Horrorvideos, sondern schlicht tot.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Der Weg ist wieder frei für mein Promi-Lieblingspaar Britney Spears und Justin Timberlake. In der vergangenen Woche hat er das Ende seiner Beziehung mit der US-Schauspielerin Cameron Diaz bekannt gegeben und ist seitdem wieder auf dem Markt. Auch Britney tut etwas für das Revival ihrer Liebe mit dem langjährigen Ex. Sie zieht sich aus dem Kreis ihrer koksenden Freundinnen zurück und macht angeblich eine Entziehungskur. Die ersten Schritte sind also getan ...

Lara Fritzsche , 22, ist eines der größten Talente im deutschen Journalismus. Die Redakteurin des „Kölner Stadt-Anzeigers“ gewann u. a. den Theodor-Wolff- und den Axel-Springer-Preis.

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