"Huffington Post" setzt auf Klarnamenpflicht : Ende der Anonymität

Beim US-Nachrichtenportal "Huffington Post" soll es künftig keine anonymen Kommentare mehr geben. Leser sollen unter ihrem echten Namen für ihre Aussagen einstehen. Das Vorhaben ist allerdings umstritten.

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Arianna Huffington setzt beim ihrem Nachrichtenportal künftig auf Klarnamenpflicht.
Gegen Anonymität im Netz: Arianna Huffington setzt beim ihrem Nachrichtenportal künftig auf Klarnamenpflicht.Foto: AFP

In der „Huffington Post“ soll es künftig keine anonymen Kommentare mehr geben. In einem Gastbeitrag in der „taz“ hat die Chefredakteurin des US-Nachrichtenportals, Arianna Huffington, ihre Pläne verteidigt. „Die freie Meinungsäußerung steht den Personen zu, die für ihre Aussagen einstehen und sich nicht hinter Anonymität verstecken“, schreibt Huffington.
Gut 25 000 Kommentare werden angeblich pro Stunde unter den Artikeln der „Huffington Post“ insgesamt veröffentlicht. Bislang sind diese von rund 40 Mitarbeitern moderiert worden. „Nun wollen wir einen Schritt weitergehen, um unsere Plattform weiterzuentwickeln und an die Bedürfnisse des erwachsenen Internets anzupassen“, schreibt Huffington. Ab Mitte September sollen anonyme Kommentare unterbunden werden. Das dürfte dann auch für die deutsche Ausgabe gelten, die im Herbst zusammen mit dem Internetkonzern Tomorrow Focus starten soll.

Eine Klarnamenpflicht im Netz ist sehr umstritten

Eine Klarnamenpflicht im Netz ist äußerst umstritten, Datenschützer lehnen sie entschieden ab. Die Möglichkeit, sich anonym im Netz zu bewegen sei „konstituierend für den Grundrechts- und Datenschutz“, schreibt der netzpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Deutschen Bundestag in der „taz“. Angesichts weltweiter Datenskandale erfülle das eine wichtige Schutzfunktion.

Auch Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter in Schleswig-Holstein, lehnt eine Klarnamenpflicht ab. Gegen Facebook, das von seinen Nutzern verlangt, sich unter echtem Namen anzumelden, konnte er sich allerdings gerichtlich nicht durchsetzen, da für den Datenschutz des sozialen Netzwerks Irland zuständig ist. sal/dpa

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