Im RADIO : Geld, Gold und der ganze Rest

Was Sie diese Woche im Hörfunk nicht verpassen sollten.

In seinem posthum veröffentlichten Buch „Meine Preise“ hat Thomas Bernhard komödiantisch-staunend über die Vorliebe der Welt für einen Welthasser reflektiert. Ein literarisches Selbstporträt des Autors als Preis- und Preisgeldempfänger. Ob Bremer Literaturpreis, Großer Staatspreis für Roman, Grillparzer- oder Büchner-Preis – stets nutzte der Schriftsteller Preisverleihungen auch als Gelegenheit für kontrollierte Wutausbrüche (Deutschlandradio Kultur, 25. Juli, 21 Uhr 33, UKW 89,6 MHz).

Der Weltmarktpreis für Gold steigt unaufhörlich, und auch Kleinsparer überlegen mittlerweile, ob sie nicht in das Edelmetall investieren sollten. Grund genug für Autor Rilo Chmielorz, alte Mythen und neue Wirklichkeiten des Goldes näher zu untersuchen. Für sein Feature „Gold!“ lässt er sich von Vermögensberatern über die Leistungen des Goldes bei der Risikovorsorge aufklären, begleitet einen deutschen Goldgräber bei seiner mühevollen Arbeit in einheimischen Flussbetten (Deutschlandfunk, 27. Juli, 20 Uhr 10, UKW 97,7 MHz).

Vor 70 Jahren gab es auf der Berliner Funkausstellung eine technische Sensation. Ein vergleichsweise winziges Radiogerät, das in einem Auto montiert werden konnte und dort auch tadellos funktionierte. Die Kombination zweier beliebter technischer Gegenstände überzeugte das Publikum, fortan bildeten Auto und Radio eine untrennbare Symbiose. Roland Sökers Feature „Audio mobil“ erzählt von gewaltigen kulturellen Neuerungen, die das Autoradio nach sich zog (Deutschlandfunk, 29. Juli, 20 Uhr 05).

Ein ehemaliges Topmodel ist von der Dachterrasse ihres Hauses gestürzt. War es Unfall oder Verbrechen? Die Frau ist früher im Umwelt- und Tierschutz aktiv gewesen, hat sich aber zuletzt von einem Kosmetikkonzern engagieren lassen. In Florian Goldbergs und Heike Tauchs Radiokrimi „Gefallene Schönheit“ taucht die ermittelnde Hauptkommissarin tief ein in kriminelle Geschäfte mit dem schönen Schein (Deutschlandradio Kultur, 30. Juli, 21 Uhr 33).

Der deutsche Kaiser Wilhelm II. glaubte nicht an das Automobil. Für ihn sei und bleibe das Pferd das ultimative Hilfsmittel der menschlichen Fortbewegung. Kein Wunder, dass der Mann eines Tages von seinem Thron gejagt wurde. Im Feature „Abgefahren“ blickt Autor Ulrich Land auf eine lange Kulturepoche zurück, die vom Automobil geprägt und sogar dominiert wurde (Deutschlandradio Kultur, 1. August, 0 Uhr 05).

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