Im RADIO : Männer, Kinder, Autos, Internet

Neues Vergnügen, neue Verbrechen, neue politische Krisen: Was Sie diese Woche im Hörfunk nicht verpassen sollten.

Tom Peuckert

Schon Hitchcock hatte die Qualität der Vorlage erkannt. Er drehte seinen Filmklassiker „Verdacht“ nach dem Roman „Before the fact“ von Francis Iles. Eine junge Frau wird von einem sehr charmanten und sehr zwielichtigen Mann umworben. Sie heiratet den Mann, aber rasch wächst der Verdacht, er könne ein mordlüsternes Ungeheuer sein. Die junge Frau ist krank, wird bald sterben, deshalb lässt sie sich auf ein atemberaubendes Spiel ein. Mit ihrer Hörspieladaption von „Verdacht“ liefert Regisseurin Regine Ahrem den Beweis, dass die Story auch im Radio beeindrucken kann (Kulturradio vom RBB, 13. Dezember, 22 Uhr 04, UKW 92,4 MHz).

Über das Leben der Kinder in Deutschland werden regelmäßig soziologische Studien veröffentlicht. Eine ganz eigene Recherche bringen die Autoren Wiebke Köplin, Massimo Maio und Margot Overath nun ins Radio. „Schule, chillen, Schlagzeug spielen“ heißt das Feature, in dem ein Dutzend Kinder zwischen sechs und 13 Jahren über ihre Welt erzählen. Sie leben bei netten Eltern oder beim Kindernotdienst, wohnen in ranzigen Hochhäusern oder schicken Villen. Was lieben und was hassen sie? Was hoffen sie und was macht ihnen Angst? (Deutschlandradio Kultur, 14. Dezember, 18 Uhr 05, UKW 89,6 MHz)

Sollte die Epoche des Autos tatsächlich bald an ihr Ende kommen? Was für die Autoindustrie noch eine Schreckensvision ist, scheint manchen Trendscouts schon beschlossene Sache. Die individuelle Mobilität hat ihren Glanz verloren, das Auto ist nicht mehr das wichtigste Statussymbol der freien Welt. Die coole Jugend rast lieber über Datenautobahnen, auf den echten Straßen herrscht gelangweilter Pragmatismus. Man fährt, weil man eben fahren muss. „Auto ist out“ übertitelt Autor Ulrich Land seine Recherche zum Thema Automüdigkeit (Deutschlandfunk, 15. Dezember, 20 Uhr 05, UKW 97,7 MHz).

Vor gut zehn Jahren platzte an den Finanzmärkten die erste große Internetblase. Aber bald danach hatten Nerds und Geschäftswelt einen neuen Traum. Er hieß Web 2.0, versprach gewaltige Gewinne, einen komfortableren Alltag, Spiel und Spaß ohne Grenzen. Im Feature „Der lange Abschied vom großen Ganzen“ bilanzieren Philip Banse und Andrea Frey ein Jahrzehnt mit den neuen Technologien und Techniken. E-Commerce, Wikipedia, Facebook, Youtube haben unser Leben verändert. Neues Vergnügen, neue Verbrechen, neue politische Krisen (Deutschlandradio Kultur, 16. Dezember, 19 Uhr 30).

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