Medien : Immer die Hände am Lenker

Handy auf dem Motorrad, Navigation für Fußgänger oder Jackentaschen-Büros – Infotainment unterwegs

Kurt Sagatz

Als Fußgänger per Navigationshilfe durch die Innenstadt geleitet zu werden oder auf einem Motorrad ein Handy-Gespräch entgegen zu nehmen – seit der letzten Computermesse Cebit in Hannover ist dies möglich. Ob Musik, Foto, Video oder die mobile E-Mail-Lösung für das Büro unterwegs – die dafür nötigen Geräte werden immer kleiner und leistungsfähiger. Wir haben einige Neuheiten ausprobiert, die sich als ständige Wegbegleiter anbieten.

FÜR RADFAHRER UND FUSSGÄNGER

Navigationssysteme erfreuen sich großer Beliebtheit. Ihr Nachteil: Bislang waren sie vorwiegend für Autofahrten konzipiert. Das neue System TomTom Mobile 5 erlaubt auch Fußgängern und Radfahrern das Auffinden der schnellsten Route. Denn während ein Autofahrer eine Einbahnstraße nur in einer Richtung durchfahren kann, gilt das für Radfahrer nicht immer und für Fußgänger schon gar nicht. Darauf geht die neue Software genauso ein wie auf Fußgängerzonen in Innenstädten. TomTom Mobile 5 wird auf vorinstallierten Speicherkarten zusammen mit einem sehr kleinen Bluetooth-GPS-Empfänger ausgeliefert. Die Route wird auf dem Handy als 3D-Karte und mit Sprachanweisungen ausgegeben. Der Preis variiert je nach Handy und Handyvertrag. Das Paket für Handys mit Symbian-Betriebssystem kostet derzeit bei Amazon 299 Euro. Weitere Smartphone-Typen folgen. Nähere Infos gibt es unter www.tomtom.com.

FÜR MOTORRADFAHRER

Kaum sind die Temperaturen wieder etwas gestiegen, kehren die Motorrad- und Rollerfahrer auf die Straßen zurück. Eine motorradtaugliche Lösung, um auch unterm Helm telefonisch erreichbar zu sein, bietet der israelische Anbieter Cardo mit dem „Scala Rider“ ein. Das Headset passt an jeden Helm , der extrem dünne Kopfhörer wird einfach an die Innenseite geheftet. Die Verbindung von Headset zu Handy wird per Bluetooth aufgebaut. Damit der „Scala Rider“ auch während der Fahrt funktioniert, verfügt das Gerät über eine spezielle Windblock-Technik, die sich an den jeweiligen Fahrlärm anpasst. Die Rufannahme erfolgt mittels Sprachbefehl, so dass die Hände am Lenker bleiben können. Die Grundversion (ab Mai) wird bei Hama rund 100 Euro kosten, eine Version mit einer Fernsteuerung am Lenker folgt später. Nähere Informationen unter: www.cardowirless.com

EINER FÜR ALLES

Die Vorzüge der Digitaltechnik nutzen und trotzdem ohne großes Gepäck touren, das erlaubt ein Gerät aus dem für Spionagekameras bekannten Hause Minox: Der Minox MobiDV ist Camcorder, Digitalkamera, MP3-Player und Diktiergerät in einem. Dabei ist der MobiDV gerade einmal 16 Millimeter flach und wiegt nur 87 Gramm. Der Fotochip des Mini-Geräts erlaubt Aufnahmen im 4-Megapixel-Format, Videos werden im VGA-Format (640 mal 480 Pixel) abgespeichert. Das Objektiv ist drehbar und erlaubt damit auch ungewöhnlichere Perspektiven. Die Anzahl der Fotos und MP3-Songs sowie die Länge von Videos hängt von der Größe der SD-Speicherkarte ab. Eine ein Gigabyte große Karte für beispielsweise 500 Digitalfotos und zugleich sechs als MP3 abgespeicherte Musik-CDs gibt es derzeit ab 80 Euro. Das Gerät selbst kostet rund 250 Euro.

FÜR VIELSCHREIBER

Die Leistung moderner Handheld-Computer ist überragend, doch als Büroersatz taugen sie vor allem deshalb nicht, weil man auch kürzere Texte nur schwerlich über die eingebaute Zeichenerkennung schreiben kann. Abhilfe schaffen mobile Falttastaturen, die zusammengeklappt kaum größer sind als die persönlichen digitalen Assistenten (PDAs) selbst. Die im Outdoor-kompatiblen Metallgehäuse hergestellte Falttastatur Stowaway von Thinkoutside (in Internet-Shops ab 100 Euro mit deutscher Tastaturbelegung) muss nicht einmal fest mit dem Mini-PC verbunden werden, der Datenaustausch läuft über Bluetooth, das von den meisten neueren PDAs und Smartphones unterstützt wird. Im Gegensatz zu früheren Falttastaturen, die über Infrarot mit dem Handheld verbunden wurden, sind die Bluetooth-Tastaturen so gut wie strahlungsempfindlich. Infos im Internet unter: www.thinkoutside.com

FÜR SCHREIBFAULE

Vor allem Ärzte und Anwälte gehören seit langem zu den bevorzugten Nutzern von Spracherkennungssystemen. Einmal auf den jeweiligen Sprecher trainiert, erledigen sie die Umsetzung des gesprochenen Wortes in elektronische Texte erstaunlich gut. Mit Dragon Naturally Speaking Mobile werden sie nun auch noch ortsunabhängig. Mit dem kleinen elektronischen Philips Diktiergerät VoiceTraicer wird der Text (in bester Qualität 1,5 Stunden, in normaler Qualität bis zu 10 Stunden) aufgenommen und zurück am Arbeitsplatz über das USB-Kabel in den Computer transferiert. Die Spracherkennungssoftware macht dann aus dem gesprochenen das geschriebene Wort. Je nach Trainingszeit kann die Erkennungsrate auf bis zu 99 Prozent gesteigert werden. Das Paket kostet ab 210 Euro; Infos: www.scansoft.de

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