Internet-Gefahren : Wenn die Freifrau ruft

RTL 2 will über pädophile Gefahren im Netz aufklären, Stephanie zu Guttenberg hilft dabei.

von
Foto: dpa
Foto: dpaFoto: dpa

„Freifrau-Show beim Schmuddelsender“, bei dieser Zeile eines Branchendienstes dürfte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg am Donnerstagmorgen das Brötchen im Halse stecken geblieben sein. Vielleicht aber auch nicht, denn Stephanie zu Guttenberg wird gewusst haben, worauf sie sich einließ: Mit der mediengewandten Ministergattin als Frontfrau startete RTL 2 am Donnerstagabend das Magazin „Tatort Internet“. Darin will der Privatsender Sexualtätern, die Kindern im Netz nachstellen, auf die Schliche kommen; im Grunde eine ehrbare Sache, die RTL 2 am Donnerstag bei einer ebenso großen wie merkwürdigen Pressekonferenz in einer Berliner Schule bekannt gab.

Merkwürdig daher, weil RTL 2 bis zuletzt geheim hielt, um was es sich bei dem „investigativen Reportage-Format“ mit prominenter Unterstützung aus der Politik handelt. Die zehnteilige Reihe „Tatort Internet“ sollte denn eigentlich auch erst am kommenden Montag starten. Am Donnerstag allerdings titelten „Stern“ und „Bild“ unisono zum Thema, und plötzlich wussten die meisten Journalisten, warum sie für Donnerstagmorgen zu einem „Presse-Hintergrundgespräch“ geladen waren – am Tag der Ausstrahlung. Das ist ungewöhnlich genug.

„Wir wollen so viele Menschen wie möglich erreichen“, sagte Stephanie zu Guttenberg zur offenbaren Kooperation mit ausgesuchten Medien. Die zweifache Mutter ist deutsche Präsidentin von „Innocence in Danger“, einer Organisation, die gegen sexuellen Missbrauch von Kindern im Internet kämpft. Die recht reißerische Doku „Tatort Internet – Schützt endlich unsere Kinder“ soll – mit Unterstützung des ehemaligen Hamburger Innensenators Udo Nagel – Kinder und Eltern über Gefahren im Netz, vor allem über die perfiden Kontaktaufnahmen von Pädophilen mit minderjährigen Chattern, aufklären. Zielgruppenorientiert. Am Montagabend nun eben schon zum zweiten Mal. Wenn’s der Sache hilft. Markus Ehrenberg

Autor

27 Kommentare

Neuester Kommentar