Medien : Jörg Pilawa: Vorbild: Rudi Carrell

Robert Bongen

In der letzten Zeit wurde Jörg Pilawa immer öfter von Nachbarskindern mit Dreisatz- und Geographie-Fragen gelöchert. Das wird sich so bald nicht ändern. Denn ab 25. Juli darf er wieder den allwissenden Moderator spielen, dann allerdings für die Zuschauer in der ersten Reihe. Gestern stellte die ARD "unsere Hoffnung Jörg Pilawa" (Pressesprecher Bernhard Möllmann) in Hamburg vor.

Dass der ehemalige Sat 1-Star Pilawa ein neues Aushängeschild des ersten Programms werden soll, zeigt schon der Titel des neuen Rateformats: "Das Quiz mit Jörg Pilawa". "Wir wollen uns keinen Bonus der Originalität einholen. Das ist auch nicht unser Anspruch", sagt die Vorabend-Koordinatorin Verena Kulenkampff. Aber man glaube, dass ein Quiz nur mit dem richtigen Moderator funktioniert. Und auf den habe man lange gewartet. Spät gibt sich die einstige Quiz-Bastion ARD ("Einer wird gewinnen") dem Ratefieber in Deutschland hin. Viele sehen schon das Ende des Quiz-Booms. "Nur die reinen Abfrageshows sind am Ende", hat Kulenkampff festgestellt. Die ARD möchte ein neues Element in der Pilawa-Show etablieren: Den Human Touch. Es spielen zum ersten Mal Kandidatenpaare gemeinsam um das große Geld - maximal 500 000 Mark. Mitmachen können alle, die verliebt, verlobt, verheiratet sind, oder sonst in irgendeiner Beziehung zueinander stehen: wie der Vater mit dem Sohn, die Oma mit der Enkelin oder die Sekretärin mit ihrem Chef. "Das Quiz an sich ist ein Familienereignis", erklärt der 35-jährige Pilawa. "Jeder macht mit. Mit der Zweierkonstellation möchten wir das Ratefieber vor dem Bildschirm in die Sendung transportieren." Auf dem Weg zum großen Geld können sich die Partner, die abwechselnd befragt werden, gegenseitig korrigieren. Für den Höchstgewinn sind zwölf knifflige Fragen richtig zu beantworten, jeweils mit vier Antwortvorgaben.

Neben der Quiz-Show wird Jörg Pilawa auch Moderator der "NDR-Talkshow" und im Herbst "Herzblatt" übernehmen. Die Kuppelshow will der Mann mit dem jungenhaften Lächeln, dem man nie böse sein kann, ein bisschen kuscheliger machen. "Wir wollen das Klima aus den Zeiten von Carrell und Fendrich wieder herstellen und ein bisschen weg von den zotigen Stammtisch-Statements."

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