Journalist, Drehbuchautor,Talkshowmoderator : Der ganze Wolfgang Menge - in einem Buch

"Der Televisionär" ist ein wahres und angemessenes Kompendium zu Leben und Werk von Wolfgang Menge

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Ein wahres Kompendium zu Leben und Werk von Wolfgang Menge
Ein wahres Kompendium zu Leben und Werk von Wolfgang MengeFoto: promo

Ein gewichtiges Werk. 780 Seiten. Ein wichtiges Buch, denn es geht um Wolfgang Menge, im Titel genannt „Der Televisionär“. Wolfgang Menge (1924 bis 2012), ein Drehbuchautor, der aus dem Journalismus kam und der mit seinen Stoffen Weitsicht zeigte. „Das Millionenspiel“ (1970) oder „Smog“ (1972) erweiterten die bekannten Grenzen des Mediums Fernsehens und visionierten gesellschaftliche Entwicklungen.

Gundolf S. Freyermuth, der zusammen mit Lisa Gotto Herausgeber des Kompendiums ist, zeichnet in seiner Eröffnung nach, womit Leben und Werk des gebürtigen Hamburgers in besonderer Weise imprägniert waren: Authentizität und Autorenschaft. Wolfgang Menge war originell in seinen Arbeiten für Zeitung, Hörspiel und Fernsehen, und er war originär darin. Seine Serien mussten schon „Stahlnetz“ sein, seine Comedy „Ein Herz und eine Seele“, sein Fernsehspiel „Die Dubrow-Krise“. Energie, Effekt, Ereignis – Menge wollte nicht klein denken und arbeiten. Und wer den Talkshow-Gastgeber bei „III nach 9“ erlebte, der kann gar nicht glauben, was Menge schreibt: „Das wichtigste Element zum Gelingen einer Talk-Show ist Glück.“ Aber, und das notiert er wenige Sätze später, natürlich müsse der Moderator versuchen, das Glück zu zwingen. Der Sohn einer Jüdin, nach den Kriterien des Rassenwahns „Mischling ersten Grades“, verließ sich nicht aufs Glück. Sein Weg zum Erfolg, ja zum Ruhm, war mutige, unlenkbare Exploration. Wolfgang Menge war seine eigene Mengen-Lehre. „Der Televisionär“ übersieht in Rundumperspektive und Tiefenbohrung nichts davon.

„A different kind of a person“, merkt der frühere ZDF-Fernsehspielchef Hans Janke im Beitrag „Das letzte Foto“ an. Wie wahr das ist, zeigen die Texte über die Person und Persönlichkeit Wolfgang Menges, Analysen und Interviews, schließlich seine eigenen Texte.

Gundolf S. Freyermuth/Lisa Gotto (Hg.): Der Televisionär. Wolfgang Menges transmediales Werk. Kritische und dokumentarische Perspektiven. transcipt Verlag, Bielefeld 2016. 776 Seiten, 69,99 Euro

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