Kabarett im TV : „Scheibenwischer“ heißt künftig „Satire Gipfel“

Weil der neue Leiter der Kabarett-Sendung "Scheibenwischer", Mathias Richling, jungen Comedians Auftritte ermöglichen wollte, hat Kabarettist Dieter Hildebrandt dem RBB kurzerhand die Namensrechte entzogen. Künftig soll die Sendung als "Satiregipfel" im Ersten laufen.

Joachim Huber

Dieter Hildebrandt besteht auf dem Reinheitsgebot. Wo „Scheibenwischer“ draufsteht, muss politisches Kabarett drin sein. Also hat Hildebrandt seinem Nachfolger Mathias Richling die weitere Verwendung des Titels „Scheibenwischer“ für die ARD-Sendung verboten. Hildebrandt hält seit 1980, seit der Gründung der Sendung, die Namensrechte daran. Das Verdikt des großen alten Mannes des politischen Kabaretts richtet sich vor allem gegen die Pläne Richlings, künftig auch junge Comedians in die Sendung zu holen. Richling hatte im Februar angekündigt, bei ihm sollten Comedy und politisches Kabarett mit viel Tempo an einem Strang ziehen und damit das Publikum verjüngen.

Hildebrandt hatte sich 2003 aus Altersgründen aus der von ihm ins Leben gerufenen Kabarettsendung zurückgezogen. Danach setzten Bruno Jonas, der seit 1985 regelmäßig Gast und seit 2000 Hildebrandts ständiger Partner in der Sendung war, Georg Schramm und Richling die Sendung fort. 2006 verließ Schramm den „Scheibenwischer“, weil er sich mit Jonas und Richling bei der Entwicklung eines neuen Konzepts überworfen hatte. Sein Nachfolger wurde Richard Rogler, der Anfang 2008 wieder verschwand. Inzwischen hat sich auch Bruno Jonas zurückgezogen, so dass Richling Anfang 2009 die alleinige Leitung übernahm. Der RBB und der BR, die den „Scheibenwischer“ verantworten, haben sich am Freitag auf einen neuen Namen verständigt. Der „Scheibenwischer“ heißt in der ARD künftig und unerwartet originell „Satire Gipfel“. Andere Ideen wie „Bremslicht“ oder „Lach nach elf“ wurden verworfen. Der „Satire Gipfel“ hat Premiere am 17. März. Joachim Huber

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