Kein Abschied für immer : Die ARD kann Gottschalk noch brauchen

Ruhestand mit 61 oder doch noch mal Primetime-Show: Wohin mit Thomas Gottschalk und Harald Schmidt? Diese Frage bewegt die Branche.

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Die Lösung? Thomas Gottschalk (links) und Harald Schmidt könnten als Dauer-Unterhalter auf dem ZDF-„Traumschiff“ anheuern. 2009 haben sie es schon gemacht – und es war so großartig, dass Inka Bause jubelte und trubelte.Weitere Bilder anzeigen
Foto: ZDF/Dirk Bartling
19.04.2012 22:35Die Lösung? Thomas Gottschalk (links) und Harald Schmidt könnten als Dauer-Unterhalter auf dem ZDF-„Traumschiff“ anheuern. 2009...

Wolfgang Rademann, „Traumschiff“-Erfolgsproduzent, erwartet nicht, dass Thomas Gottschalk vom Bildschirm verschwindet. „Mit seinem Unterhaltungstalent ist Gottschalk zu gut und zu einmalige in Deutschland, der wird von niemand überholt werden können.“ Das abrupte Ende von „Gottschalk Live“, die letzte Sendung läuft am 7. Juni, habe dessen Popularität zwar leicht leicht beschädigt, nicht aber im Kern angegriffen. „Die meisten Fans haben die ARD-Vorabendshow doch gar nicht geguckt, also können sie auch nicht enttäuscht sein“, sagte Rademann. Gottschalk sollte großes, nicht unbedingt regelmäßiges Event-Fernsehen machen.

So wie Rademann, 77 Jahre alt, glaubt, dass Gottschalk, 61, durch sein gewachsenes Können noch eine große Zukunft im deutschen Fernsehen hat, so denkt er das auch für Harald Schmidt, 54, der am 3. Mai seine Late Night Show bei Sat 1 nach nur einer TV-Saison beenden muss, ebenfalls wegen zu schlechter Quoten. Beide, Gottschalk und Schmidt, liefen außer Konkurrenz, beide bräuchten das, was so schwer zu finden sei: eine passende Idee.

Ähnlich argumentiert Ex-RTL-Chef Helmut Thoma. Für Gottschalk ist noch etwas drin. Es muss ja nicht gleich die Quiz-Show „Frag’ doch mal die Maus“ sein. Bei der von Eckart von Hirschhausen moderierten Samstagabendshow, die Gottschalk als Ersatzengagement bereits von der ARD angeboten worden sein soll, hatte der Ex-„Wetten, dass ..?“-Moderator abgewunken. „Gottschalk ist in Deutschland der mit Abstand beste Moderator für Unterhaltungssendungen. Da müsse man jetzt halt mal etwas Neues finden“, sagte Thoma. Sollte er in Abendshows auftreten, müsste jedoch ein neuer Vertrag mit dem Entertainer her, da Gottschalk bislang im Vorabendprogramm aus Werbeeinnahmen bezahlt wurde. Im Hauptabendprogramm müssten Gebührengelder aufgebracht werden.

Mit Gottschalk habe die ARD, so Thoma, auf jeden Fall den besten Verkäufer für derlei Fernsehen. Dass die Vorabendshow nicht funktioniert hat, sei im Grunde nicht die Schuld des Moderators, sondern der Programmverantwortlichen wie WDR-Intendantin Monika Piel und der Produzenten. Es handelte sich schlichtweg um ein irriges Konzept. „In 20, 25 Minuten kann kein Moderator der Welt eine vernünftige Gesprächssendung entwickeln.“

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