Medien : "Köln Extra": Springer macht Ernst

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Einen weiteren Schuss Öl ins Feuer geschüttet hat der Axel Springer Verlag am Freitag in Köln. Es geht um die kostenlosen Zeitungen von Schibsted ("20 Minuten") und Springer ("Extra"), die bislang nur in Köln erscheinen. Beide Konzerne spielen mit dem Plan, mit weiteren Blättern in verschiedenen Großstädten ein bundesweites Netz zu stricken. Schibsted tut dies, um sich in Deutschland zu etablieren und die rein anzeigenfinanzierte Zeitung national vermarkten zu können. Und Springer tut das, weil der Verlag glaubt, dass sich der Gratis-Markt sowieso etablieren wird - mit oder ohne Springer, besser aber mit. Obgleich jeder Tag ohne Gratiszeitung ein Tag ist, an dem Springer damit kein Geld verliert.

Am Freitag hat Springer mit einer Neuausgabe der Gratiszeitung "Köln Extra" gezeigt, wie das Konzept aussehen wird, mit dem er über die eigens gegründete extra medien GmbH bundesweit angreifen würde. Entwickelt hat es Projektleiter Jan-Eric Peters und sein Vize Marc-Thomas Spahl. Die beiden waren schon bei der "Hamburger Morgenpost" und später bei "Max" ein eingespieltes Gespann. "Extra" spricht ein Großstadtpublikum an und versteht sich als "die erste Zeitung für die SMS-Generation". Im vorderen Teil steht Aktuelles aus Politik, Wirtschaft, Vermischtem, Wissenschaft. Es folgt das Lokale (Tipps, Veranstaltungen) mit Elementen wie einer täglichen Aktion, einem Spartipp, einer Warnung. In "best of nightlife" finden die 15- bis 30-jährigen Leser Kritiken, Kino- und TV-Programm, im Ressort "Leben" geht es um Liebe, Sex, Fitness, Computer, Autos. Damit das Blatt auch von hinten lesbar ist, widmet sich die letzte Seite dem Sport.

Entsprechend der Zielgruppe wird das durchgängig farbige "Extra" auch an Schulen und Universitäten verteilt, die bisherige Köln-Auflage von 130 000 Exemplaren wurde deutlich erhöht. Das vor allem aus Journalistenschülern bestehende Köln-Team, das in den ehemaligen Hamburger Räumen von "Aktien Research" sitzt, zeigt sich bereit für die Expansion, Schibsted ebenfalls, und DuMont Schauberg in Köln bietet künftig eventuell betroffenen Regionalverlegern bereits Schützenhilfe an. Ob die in diesem Frühjahr noch notwendig wird, bezweifeln Insider.

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