Krimi : Sport ist Mord

Wohl dem, der gute Kollegen hat: Zum 15. Mal ermittelt Senta Berger als Münchner Kriminalrätin Eva Prohacek in „Unter Verdacht“. Diesmal auch wieder in den eigenen Reihen.

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Und plötzlich stürzt sie vom Dach. Sie, die junge Polizistin Steffi Schober (Rosalie Thomass), die neu ist auf der Münchner Polizeiinspektion 37. Stürzt vor die Füße von André Langner (Rudolf Krause), der diesmal undercover im Auftrag von Kriminalrätin Dr. Eva Prohacek (Senta Berger) ermittelt. Undercover just in jener Inspektion 37, in der irgendetwas nicht zu stimmen scheint. Das muss auch Steffi Schober herausbekommen haben, die zuvor als erfolgreiche Biathletin an der Sportschule der Landespolizei trainiert hat. Sie wurde schlechter, aus dem Kader entlassen und ging dann freiwillig von der Sportschule. Doch irgendetwas stimmt auch an dieser Sportschule nicht. Steffi Schober wollte ihrem Freund Xaver Mayr (Golo Euler) davon erzählen, doch der, auch Biathlet, wollte davon nichts wissen.

Als Steffi Schober unmittelbar vor den Augen Langners aufprallt, da ist Langner von zwei Kollegen der Inspektion 37 umgeben, vom seidig-schneidig auftretenden Polizisten Jung (Philipp Moog) und Schön (Tim Bergmann). Jung und Schön, sie fahren meist gemeinsam Streife. Jung und Schön, sie mobben gerne auf dem Polizeirevier, und sie machten auch Steffi Schober den Dienst nicht leicht.

Ein Druckkessel - der 15. Fall der renommierten ZDF-Reihe „Unter Verdacht“, in der Senta Berger als Münchner Kriminalrätin ermittelt. Inszeniert hat das Buch von Wolfgang Stauch Regisseur Ed Herzog. In „Laufen und Schießen“ geht es um Vertrauen, und, wie so oft in dieser Reihe, um korrupte Gestalten in den Reihen der doch eigentlich moralisch Verpflichteten, der sogenannten Guten. Jung und Schön, das wird schnell klar, sind nicht sauber. Sie tragen die Uniform, in der einem niemand etwas kann, wie sie einmal sagen. Dass sie bei den Einbrüchen in Luxus-Villen, die in ihrem Polizeirevier liegen, stets zu spät kommen, fiel wohl irgendwann irgendjemandem auf. Wohl auch der jungen Steffi Schober.

Regisseur Ed Herzog inszeniert diesen Fall in nüchternen Bildern (Kamera: Philipp Sichler), die den visuellen Look dieser Reihe mit ausmachen. „Unter Verdacht“ kommt stets sehr aufgeräumt, sehr unprätentiös daher. Die einzigen Schnörkel, die man sich hier gönnt, sind die in Person von Prohaceks Vorgesetztem, dem stets ziemlich ambivalenten Dr. Claus Reiter (glänzend: Gerd Anthoff). Der mag den Langner nicht, und dieser ihn nicht. Reiter versucht gerne und oft, sich allenthalben zu profilieren, sich durchzuschlängeln und durchzuintrigieren. Dr. Reiter, der bei den Herren Staatssekretären buckelt und dienert, und bei Prohacek und Langner mit subtil-zynischer Ironie antritt, hat auch diesmal mit dem Fall zu tun, etwa mit dem feisten Ludwig Steiner (Johann von Bülow). Der ist Abteilungsleiter für Sportförderung der Bayerischen Landesregierung. Und die hat auch mit der Sportschule zu tun...

„Unter Verdacht - Laufen und Schießen“, Samstag, ZDF, 20 Uhr 15

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