Kritik muss Grenzen kennen : Kopf ab! oder: Fragwürdige Trump-Attacken

"Der Spiegel" zeigte einen Killer-Trump, Kathy Griffin einen getöteten Trump. Sieht alles nach einem IS-Triumph aus

von
Kopflos. Kathy Griffin wollte mit dieser Trump-Trophäe was zeigen - aber was?
Kopflos. Kathy Griffin wollte mit dieser Trump-Trophäe was zeigen - aber was?Screenshot: Tsp

Ob Kathy Griffin die Enthauptungsvideos des sogenannten Islamischen Staats vor Augen gehabt hat, als sie mit Fotograf Tyler Shields zur Tat schritt? Jedenfalls hält sie auf einem Schockfoto etwas in der Hand, das wie der abgeschnittene blutüberströmte Kopf von US-Präsident Donald Trump aussieht. Die Schauspielerin löste damit einen veritablen Shitstorm aus und brachte Trump in Rage. „Kathy Griffin sollte sich schämen. Meinen Kindern macht das schwer zu schaffen, vor allem meinem elfjährigen Sohn Barron. Einfach nur krank!“, twitterte der Präsident.

Kathy Griffin entschuldigte sich schnell. „Ich bin viel zu weit gegangen. Das Bild ist zu verstörend. Ich verstehe, dass es Menschen verletzt hat. Es war nicht lustig“, sagte sie in einem Video. „Ich habe einen Fehler gemacht.“ Trotz der Entschuldigung trennte sich CNN am Mittwoch von der Künstlerin, die seit 2001 regelmäßig die von dem Nachrichtensender übertragene Silvestershow in New York moderiert hat.

Beginnen da Schranken zu fallen? Enthauptungsvideos und -fotos galten bislang als Instrument des sogenannten Islamischen Staats für Propaganda und dafür, eigene Entschlossenheit wie Angst und Schrecken zu verbreiten. Diesem Bild-Terror sollte keine Plattform gegeben werden.

Das „Spiegel“-Cover vom 4. Februar 2017 zeigt einen triumphierenden Killer-Trump
Das „Spiegel“-Cover vom 4. Februar 2017 zeigt einen triumphierenden Killer-TrumpFoto: REUTERS

Seitdem aber Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt wurde, scheint das Motiv neue, andere Konjunktur zu gewinnen. „Der Spiegel“ veröffentlichte am 4. Februar 2017 ein Cover, auf dem ein nur leicht verfremdeter Donald Trump in der einen Hand den abgeschnittenen Kopf der Freiheitsstatue in New York und in der anderen Hand ein blutiges Messer hochhält. Dazu die Zeile: „America first“.

Donald Trump als Killer oder als gekillter Präsident: Es erstaunt denn doch, dass die Gegner dieses Politikers ihn auf eine Art und Weise attackieren, die fragwürdiger ist als all die wütenden Tweets, die Trump verbreitet.

Autor

7 Kommentare

Neuester Kommentar