Medien : Lernen mit Angela Anaconda

SuperRTL startet den kostenpflichtigen CleverClub

Monika Herrmann-Schiel

Fernsehen ist cooler als Hausaufgaben machen. Da werden nur wenige Kinder widersprechen. Umso verlockernder erscheint das neueste Projekt von Super- RTL. Mit Angela Anaconda, Andy, dem Haselhörnchen und Sherm können Grundschüler jetzt im Internet spielend lernen. Unter www.toggo-cleverclub.de warten sieben Spielwelten mit 30 virtuellen Abenteuern auf die jungen User. Mit diesem kostenpflichtigen Angebot knüpft SuperRTL an den Erfolg des „Toggolino“-Clubs an. Diese von „Eltern for Family“ unterstützte Internet-Plattform bietet seit zwei Jahren Spaß für Vorschulkinder. 60 000 Familien haben zurzeit für 59 Euro im Jahr eine Mitgliedschaft gebucht. Dafür gehen sie werbefrei und sicher online.

All das gilt auch für den neuen Club. Hier sollen „toggolino“-User, die dem Kindergarten entwachsen sind, weitersurfen. „Der Toggo-CleverClub ist die konsequente Fortführung unseres ambitionierten Online-Lernprogramms für Vorschulkinder. Die Kinder werden älter, haben neue TV-Helden, ihre Anforderungen wachsen“, erklärt Matthias Büchs, der bei SuperRTL für die Internetangebote verantwortlich ist. Aber natürlich hofft man auch auf Kinder, die SuperRTL bislang nur vom Fernsehen kennen.

Wer die Cleverclub-Adresse eingibt, landet auf einer im typischen „Toggo“- Orange gehaltenen Seite und wird von Andy aus „Typisch Andy!“ und Angela aus „Angela Anaconda“ begrüßt. Nach der Aufnahmeprozedur, bei der die Eltern bis zu drei Mitspieler auf ein Abo anmelden können, öffnet sich die Welt der Spiele. Mit Andy kann man das Reaktionsvermögen und die Konzentrationsfähigkeit trainieren. Bei Angela Anaconda muss man Rechenaufgaben lösen, Lückentexte ausfüllen oder Wortfamilien ordnen. Das Haselhörnchen lädt zu einem Quiz ein. Mit dem Zeichentrickhelden Sherm lernt man Englisch. Um was es im „Matheland“ geht, das der Schulbuchverlag Cornelsen beisteuert, sagt schon der Name. Weitere Spiele knüpfen an die Sendungen „WOW Die Entdeckerzone“ und „Finger Tipps“ an. Die Kinder werden von einer freundlichen Stimme geführt, die alles erklärt. Sie lobt „Das war super“ oder bedauert „Schade, beim nächsten Mal, klappt’s besser“.

Die von Kindern auf ihren Spaß-Faktor getesteten Spiele helfen, die jungen Spieler im Umgang mit den virtuellen Medien sicherer zu machen. „Das Clubsystem an sich ist vermutlich ein Weg, auf dem Eltern ihre Kinder beruhigter ins Internet lassen. Da Internet nicht mehr aus der Zukunft der Kinder wegzudenken ist, ist es sicherlich auch eine (kostenpflichtige) Möglichkeit hier einen sicheren Weg zu finden“, erläutert Maja Götz, Leiterin des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen, auf die Frage wie Medienpädagogen solche Plattformen einschätzen. Allerdings ist sie skeptisch, ob derartige Lernspiele wirklich Nachhaltigkeit zeigen. „Was den Lerneffekt angeht, so ist es bei vielen Lernspielen die Frage, was denn nun wirklich ,gelernt‘ wird. Meistens sind es einfache Bedienungswege, die Kinder lernen – aber nicht den Inhalt oder gar das ,Lernen des Lernen‘. Was Kinder und Eltern beim Toggo-CleverClub vermutlich hauptsächlich lernen werden, ist die Marke SuperRTL beziehungsweise Toggo und die Figuren, die diese ausmachen.“

www.toggo-cleverclub.de

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