Medien : Liebe ist unmöglich

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„Diese herrlichen Spazierfahrten, die es immer wieder in seinen Filmen gab, wo es scheint, als würde die Kamera niemals aufhören, sich zu bewegen.“ Danielle Darrieux, im Kino („8 Frauen") gerade als weiblicher Geizkragen im Rollstuhl zu sehen, schwärmt von Max Ophüls, dem großen Filmkünstler aus dem Saarland. In drei Filmen war sie seine Muse. Auch Peter Ustinov erinnert sich in dem Dokumentarfilm „Das Leben – ein Karussell“ (Arte, 22 Uhr 20) an die Arbeit mit Ophüls: „Man fühlte sich als ein sehr kleines, aber sehr wichtiges Teil von einer erstklassigen Schweizer Uhr.“ Arte widmet dem vor 100 Jahren geborenen Max Ophüls heute einen Themenabend. Nach dem Dokumentarfilm von Bense folgt um 23 Uhr 30 Ophüls’ Verfilmung des ArthurSchnitzler-Stücks „Der Reigen“ von 1950.

„Film muss ein Kampf sein zwischen den schönen guten Waren und dem Wahren, Schönen, Guten“, sagte Ophüls. Es ist ein Verdienst Georg Benses, dass er für seinen Dokumentarfilm zahlreiche O-Töne des Regisseurs gesammelt hat. Und weil er auf Material eines eigenen, 20 Jahre alten Films zurückgreifen konnte, begegnen uns auch Wolfgang Liebeneiner, Magda Schneider und Marcel Ophüls wieder. Sohn Marcel, ein renommierter Dokumentarfilmer, mag sich heute nicht mehr über den Vater äußern.

Georg Bense erinnert auch an weniger Bekanntes wie die Hörspiel-Arbeiten von Ophüls in den 50er Jahren. Und an das wechselhafte Schicksal des 1902 als Max Oppenheimer geborenen Juden, der sich zu Beginn der zwanziger Jahre als junger Schauspieler in Stuttgart erstmals Max Ophüls nannte. Den Durchbruch schaffte er 1932 mit dem Film „Liebelei“ (1932), ehe er vor den Nazis fliehen musste. In seinen in Paris, Wien und Hollywood entstandenen Werken variierte Max Ophüls sein „Urthema“, so Bense, immer wieder: „Die Unmöglichkeit der erfüllten Liebe.“ tgr

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