Markenbotschafterin : Sabine Christiansen soll unerlaubt geworben haben

Sabine Christiansen ist Journalistin im Hauptberuf und Botschafterin im Ehrenamt. Was nicht bekannt war: Christiansen hat einen weiteren Botschafter-Job inne, sie ist auch Markenbotschafterin“ der Daimler AG. Für den eigenen Zweck. Und das sieht man bei der ARD gar nicht gerne.

Tim Klimeš
Sabse
Frau der vielen Botschaften. Sabine Christiansen -Foto: ddp

Für den guten Zweck engagierte sie sich schon länger im Kinderhilfswerk Unicef, mahnte nach den letzten Querelen eine "umfassende Strukturveränderung" bei der Hilfsorganisation an. Für den guten Zweck.

Christiansen ist aber auch Markenbotschafterin“ der Daimler AG - für den eigenen Zweck. Und das kommt bei der ARD gar nicht gut an.

Anfang Januar moderierte Christiansen noch ihre Vorausblick-Show „Mein 2008“ im Ersten, und schon damals soll, laut dem Mediendienst epd, die PR-Vereinbarung Christiansens mit Daimler wirksam gewesen sein. Wie epd dem Vertragsentwurf zwischen Christiansen und der Daimler AG entnommen haben will, läuft die Vereinbarung vom 1. April 2007 bis zum 31. März 2009. Damit könnte Christiansen gegen die Werberichtlinien des öffentlich-rechtlichen Senderverbundes verstoßen haben – „programmprägende freie Mitarbeiter“, so heißt es, müssen sich Werbetätigkeiten von der zuständigen Rundfunkanstalt unterzeichnen lassen. Ihr erstes Engagement für Daimler, lässt Christiansen auf Nachfrage mitteilen, sei „erst nach Ablauf ihrer konkreten ARD-Verpflichtungen Ende Januar 2008“ zustande gekommen.

„Mein 2008“ wurde seinerzeit vom NDR verantwortet. In Hamburg erwartet man deshalb nun eine Erklärung von Sabine Christiansen, wie NDR-Sprecher Martin Gartzke dem Tagesspiegel sagte.

Nun wird darüber spekuliert, ob Christiansens Tätigkeit Auswirkungen, etwa auf die Gästeliste von „Mein 2008“, gehabt haben könnte, da einige der Gäste ebenfalls PR-Tätigkeiten für Daimler wahrnehmen. So etwa der Manager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft Oliver Bierhoff, Ex-Schwimmerin Franziska van Almsick oder Ex-Formel-1-Fahrer Mika Häkkinen. Auch Daimler-Chef Dieter Zetsche saß Anfang Januar bei Christiansen auf der Couch.

NDR-Sprecher Gartzke ist sich jedoch sicher, dass die Teilnehmer, die in „Mein 2008“ aufgetreten sind, in keinem Zusammenhang mit der PR-Tätigkeit von Christiansen stehen. Die Auswahl der Gäste, sagte Gartzke, sei „in Abstimmung mit der NDR-Redaktion“ geschehen. Christiansen lässt mitteilen, sie verstehe sich als unabhängige Journalistin. Eine Beeinflussung redaktioneller Inhalte durch ihre PR-Tätigkeit sei deshalb nach ihrem Selbstverständnis ausgeschlossen.

Zwei Mercedes-Benz-Fahrzeuge, ein Cabrio und einen Geländewagen, soll Christiansen der PR-Job im Übrigen bringen. Ein rasantes 2008. Tim Klimeš

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