Medien : Max Weber, der Rias und die USA

Tom Peuckert

Vor genau 60 Jahren wurde der Rias gegründet. Jetzt feiern die Erben eine nostalgische Party. Autorin Astrid Kuhlmey hat die Berliner Hörerschaft um Erinnerungen an den verblichenen Sender gebeten und daraus den Mehrteiler „Mein Rias – Geschichte und Geschichten“ gestrickt. Verklärte Reminiszenzen an die einstigen Lokalhelden des Radios. Noch einmal steigen die Stimmen von Hans Rosenthal, Friedrich Luft und Onkel Tobias aus den Archiven. Dazu gibt es die „Schlager der Woche“ und anderes, was das Herz der Rias-Gemeinde vor Jahr und Tag erfreute (Deutschlandradio Kultur, Teil 1 am 25. Januar, 19 Uhr 30, UKW 89,6 MHz).

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Ein älterer Mann und eine junge Frau. Ihre Affaire ist beinahe zu Ende. In guten Zeiten haben sie zusammen klassische Musik gehört, aber jetzt liebt die Frau einen Rockmusiker. Noch einmal trifft sich das Paar, um gemeinsam Mozart zu genießen. Die Frau möchte den Mann als Freund behalten, der Mann möchte die Liebe der Frau zurück. Kein Geringerer als Eric Rohmer hat die Geschichte aufgeschrieben. Cineasten ahnen, dass die Musik in Rohmers Hörspiel „Das Trio in Es- Dur“ nicht nur eine äußerliche Rolle spielt. Hier ist alles musikalisch: die Handlung, die Figuren, das zarte Tremolo der Innenwelten (SWR 2, 26. Januar, 19 Uhr 05, Kabel UKW 107,85 MHz).

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Seit Amerika einen weltweiten Krieg gegen den Terror führt, hat die Imperialismusforschung Konjunktur. Was will das neue Superreich? Wie viel Gewalt wird es noch mobilisieren und wo sitzt seine Achillesferse? „Geld und Glaube“ heißt ein Radioessay von Uwe Pralle, der zu den Wurzeln des amerikanischen Imperiums führt. Max Weber sah Geld und Glaube als zwei einander ergänzende Ursprungsmächte des modernen Kapitalismus. Amerika hat seine ganze Identität darauf gegründet. Pralle erzählt, wie in Amerika mit Geld und Glaube alles begann und was sich daraus für die Zukunft des Imperiums lernen lässt (Kulturradio, 26. Januar, 22 Uhr 04, UKW 92,4 MHz).

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Bauunternehmer Sand wird von einem anonymen „Arbeiterrat“ mit dem Tode bedroht, falls er weiter Löhne kürzt und Arbeiter entlässt. Kurz darauf ist Sand verschwunden und der legendäre Hobbydetektiv Pater Brown nimmt sich der Sache an. Bei der Spurensuche sticht sich Brown an einer Nadel, was überraschenderweise zur Lösung des Falles entscheidend beiträgt. Gilbert K. Chesterton hat den Krimiklassiker „Die Spitze einer Nadel“ geschrieben, der nun in einer schönen Radioinszenierung im Deutschlandfunk zu hören ist (Deutschlandfunk, 28. Januar, 0 Uhr 5, UKW 97,7 MHz)

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Gemeinsam mit einer Gruppe von Musikern hat Hörspielautor Paul Plamper Insassen verschiedener Berliner Strafanstalten besucht. Die Häftlinge und ihre Gäste reden über das Leben und sie musizieren zusammen. Leitmotiv ist der Blues. Schöne Musik über die weniger schönen Momente im Leben. Im Hörspiel „Release“ lässt Plamper Drinnen und Draußen schroff aufeinander prallen. Die Lebenswelten und ihre dazugehörige Musik. Drinnen und Draußen als Metapher und konkrete Realität. Die Musik als Brücke und Graben zugleich (Deutschlandfunk, 31. Januar, 20 Uhr 10).

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