Mit neuer Kraft voran : dapd setzt auf Bewegtbild

Die insolvente Nachrichtenagentur will im Januar neu starten.

Noch sind die Verträge nicht unterschrieben, aber Investor Ulrich Ende ist zuversichtlich, dass die Nachrichtenagentur dapd zügig aus der Insolvenz herauskommt. Am Freitag stellte der 60-Jährige in Berlin seine Pläne vor und kündigte eine „Kehrtwende in der Unternehmensphilosophie“ an.

Wichtig sei, schnell wieder das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen, sagte Ende, der auch die Geschäftsführung übernehmen will. Das Vertrauen dürfte seit der überraschenden Insolvenz Anfang Oktober gelitten haben. Drei Kunden hätten ihre Verträge mit der dapd gekündigt, sagte Ende: „Ich bin aber sicher, dass wir sie schnell wieder zurückgewinnen.“ Allerdings: Eine zweite Deutsche Presse-Agentur (dpa) braucht der Markt offenbar nicht, wie die Preise zeigten, die die dapd erzielte. Ende will deshalb stärker auf Inhalte setzen, die in der digitalen Welt gewünscht sind. So soll beispielsweise der Bereich Bewegtbild bei der dapd ausgebaut werden.

Bisher hatte die amerikanische Agentur Associated Press (AP) die dapd mit Inhalten beliefert. Sie kooperiert aber künftig mit der dpa. Die dapd arbeitet deshalb mit der Wirtschaftsagentur Dow Jones zusammen. Für die Sparten Kultur, Vermischtes und Foto werden derzeit Gespräche mit anderen Partnern geführt. Den Namen der dapd will Ende nun aber doch nicht ändern. Das koste zu viel Geld.

Zwei bis vier Millionen Euro investiert ein Kreis von Investoren in die Agentur. Wer zu der Gruppe gehört, will Ende erst sagen, wenn die Verträge Mitte Januar unterzeichnet sind. Er selbst sei allerdings nicht der Hauptinvestor, sagte Ende, der vor seinem Einstieg bei dapd TV-Sender in Bulgarien restrukturiert hat und früher Geschäftsführer des Nachrichtensenders N24 war. Er sehe sich eher in der Rolle des „armen Journalisten, der sein Know-how einbringt“. sop

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