Nach Doping-Enthüllungen : Leibwächter für ARD-Journalist Hajo Seppelt

Seit er das staatlich organisierte Dopingsystem in Russland aufgedeckt hat, wird Seppelt massiv bedroht. Bei Olympia in Rio wird er jetzt von Bodyguards geschützt.

Hajo Seppelt (links) recherchiert auch in Rio de Janeiro.
Hajo Seppelt (links) recherchiert auch in Rio de Janeiro.Foto: AFP

Der ARD-Journalist Hajo Seppelt steht bei den Olympischen Spielen offenbar unter Personenschutz. Wie das Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ in seiner neuesten Ausgabe berichtet, bewegen sich an der Seite des TV-Mannes immer zwei Leibwächter. Die Personenschützer gehören demnach teils zu einer Elitetruppe der Militärpolizei von Rio de Janeiro. Der 53-jährige Fernsehjournalist Seppelt hatte in den vergangenen zwei Jahren ein staatlich organisiertes Dopingsystem in Russland aufgedeckt. Die Enthüllungen führten zum Ausschluss der russischen Leichtathleten von den Olympischen Spielen.

Seither erhielt Seppelt über Twitter und YouTube immer wieder Drohungen. Die Anfeindungen kamen dem Bericht zufolge größtenteils aus Russland, aber auch aus Kenia, nachdem Seppelt in Zusammenarbeit mit der englischen Zeitung „Sunday Times“ auch über Dopingpraktiken in dem ostafrikanischen Land berichtet hatte.

Auftrag kam vom NDR


Der Auftrag, Seppelt in Rio von Bodyguards beschützen zu lassen, kam nach Informationen des „Spiegel“ offenbar vom NDR, der für die Berichterstattung der ARD bei den Olympischen Spielen zuständig ist. Schon vor den Sommerspielen hatte die Chefetage des WDR entschieden, Personenschutz für den Investigativreporter zu organisieren. Als Seppelt im Juni für einen Beitrag nach Wien flog, in dem er über den Olympiabann für die russischen Leichtathleten berichtete, sei er ebenso in Begleitung von Bodyguards gesehen worden wie bei seiner Reise nach Toronto im Juli, wo die Welt-Anti-Doping-Agentur ihren Report über staatliches Doping in Russland veröffentlichte.

Seppelt äußerte sich nicht zu seinen Bewachern. Eine Sprecherin des WDR teilte dem Nachrichtenmagazin mit, der Sender werde zu „Fragen der Sicherheit“ seiner Mitarbeiter in Rio „nicht detailliert“ Stellung nehmen. Ebenso lautete die Antwort des NDR. (epd)

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