Neue Gaming-App "Clipduell" : Werbe-Raten auf dem Smartphone

Das heitere Werberaten von einst vor dem Fernseher findet nun als „ClipDuell“ auf dem Smartphone statt. Ein Start-up aus Berlin hat die App entwickelt.

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Die App „ClipDuell“ gibt es sowohl für Apple als auch Android. Screenshot: Promo
Die App „ClipDuell“ gibt es sowohl für Apple als auch Android.Screenshot: Promo

Jahrelanges intensives Privatfernsehglotzen kann sich doch auszahlen, besonders, wenn man bei den Werbeinseln nicht das Weite sucht, sondern jede „Verbraucherinformation“ dankbar inhaliert. Denn diese Fähigkeit und das dabei erworbene Wissen ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Karriere als „ClipDuell“-Spieler.
„ClipDuell“, das ist eine kostenlose App für Smartphones von Apple oder mit Androidsystem. Die Versionsnummer 2.0 ist etwas verwirrend, da es sich keineswegs um die Weiterentwicklung einer bereits existierenden App handelt. Vielmehr ist die Spielidee beinahe genauso alt wie das Werbefernsehen – das es in Deutschland übrigens bereits vor RTL und Sat1 im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gab. Kern der Social-Gaming-App „ClipDuell“ ist das altbekannte Werbungraten. Früher, als man sich als Familie noch auf dem Sofa oder auf dem Teppich vor dem Fernseher versammelte, fiel die Entscheidung durch bloßes Zurufen. Wer zuerst Frau Antje aus Holland, Tilly mit ihrem Spülmittel oder den netten Herrn Kaiser von der Versicherung erkannte, hatte gewonnen. Das fröhliche Werberaten könnte man freilich auch heute noch auf diese Weise spielen, allerdings findet man Gleichgesinnte noch schneller und zu jeder Zeit über sein Smartphone. Das hat sich jedenfalls Fabian Wolfart gedacht, als er mit seinen beiden Partnern die „ClipDuell“-App entwickelt und in Berlin das dazugehörige Start-up gegründet hat.

Wie der Name der App schon nahelegt, hat sich Wolfart aber sicherlich auch von einer anderen App inspirieren lassen: dem „Quizduell“. „Schon allein wegen des großen Erfolgs ist das ,Quizduell‘ für jeden App-Macher ein Vorbild“, gibt Wolfart zu. Zig Millionen Mal wurde die App der schwedischen Entwickler bereits auf Smartphones und Tablets installiert, die ARD hat daraus mit Jörg Pilawa sogar eine eigene Gameshow konstruiert.
Für das „ClipDuell“ braucht es hingegen nicht mal einen Fernseher, jedenfalls nicht zum Spielen. Allerdings wird man sich das nötige Wissen ohne langjährige und geduldige Nutzung des TV-Geräts kaum aneignen können. Ein internetfähiges Handy möglichst mit einer Datenflatrate reicht aus. Wer ein Facebook-Konto hat, kann sich nach der Installation direkt anmelden. Ansonsten muss man sich beim „ClipDuell“ registrieren. Der richtige Spielspaß kommt vor allem auf, wenn man gegen echte Gegner antritt, auch da macht es die Zugehörigkeit zu Facebook leichter, mögliche Duellanten zu finden. Steht gerade kein Gegner bereit, kann man zum Werbeclipsparing auch gegen sich selbst antreten.

Neben Werbeclips müssen im "ClipDuell" auch Musikvideos und Kinotrailer erkannt werden

Eine Runde umfasst beim „ClipDuell“ drei Fragen. Damit es auf Dauer nicht zu langweilig wird, sich immer und immer wieder Werbeclips anzuschauen – was ja für viele Menschen ein Grund ist, bestimmte Sender gar nicht erst einzuschalten –, kommen in den Raterunden aber auch Szenen aus Gameshows und TV-Serien oder Musikclips und Kinotrailer vor. Zur Zeit befinden sich 5000 Clips in der Fragendatenbank. In der einen oder anderen Form lustig sollen sie sein, erläutert Wolfart die Auswahlkriterien.

Zusätzlich zu den reinen Raterunden gibt es die sogenannten Challenges. Da wird es auch für das Berliner Start-up spannend, denn über diese Kooperationen beispielsweise mit der Filmfirma Constantin oder dem Streamingdienst Maxdome verdienen die Macher ihr Geld. In den Challenges werden dann zum Beispiel Fragen zu einem speziellen Kinofilm gestellt, den der Sponsor bewerben will. Für die User springt auch etwas heraus, beispielsweise Eintrittskarten für ihn und zehn seiner Freunde oder durch zusätzliche Fanpakete. Für die Zukunft haben die „ClipDuell“-Macher noch andere Ideen zum Geldverdienen, schließlich geht es in dieser App um Werbeclips – und davon lebt bekanntlich der gesamte Privatfernsehsektor. Kurt Sagatz

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