Medien : Neue Serie: Wo Kinder schon erwachsen sind

Michael Burucker

Fabrixx (1). ARD. Ein "Angebot von Kids für Kids" nennt der federführende Südwestrundfunk die vorerst auf 76 Folgen angelegte, wöchentliche Serie für die Zehn- bis 14-Jährigen. Und tatsächlich ist es eine Welt, in der das Wort Kind kaum mehr vorstellbar ist. Kinder dürfen naiv und Legastheniker sein und sich von Mutter oder Vater aus der Schule abholen lassen. "Kids" tragen Baseballkappen und lässige Klamotten, haben jederzeit einen coolen Spruch auf den Lippen und vor allen Dingen: Sie brauchen keine Erwachsenen mehr, denn sie tun die gleichen Dinge wie sie: Sie "surfen im Internet", sie drehen Videofilme, besuchen Rockkonzerte, beschimpfen sich oder flirten miteinander. Sie besitzen Selbstbilder, die Erfahrungen nicht mehr nötig erscheinen lassen. "Sei wie du bist", "Zieh dein Ding durch" lautet der Refrain des Titelliedes, Maximen, mit denen auch die großen Brüder von "Big Brother" Anerkennung ernten. Eine "authentische Welt", wie der SWR meint? Zumindest ist das "Verschwinden der Kindheit", das hier wahr geworden scheint, von Neil Postman schon lange beschrieben worden. Mit dem Aufkommen hiesiger Vorabend-Soaps sind die TV-Darsteller immer jünger geworden. Nun scheint der "Marienhof", präsent durch den ausgestiegenen "Basti"-Darsteller Christof Arnold, der den Leiter des Jugendzentrums "Fabrixx" spielt, einen noch jüngeren Ableger bekommen zu haben. Eine amüsante Jugendserie, eine Endlos-Soap für Kinder als frühe Zuschauerpflege? Was ist schon authentisch.

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