Medien : „Nicht fernsehmüde“ Reich-Ranicki beendet „Solo“

Neue Literatursendung geplant

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Marcel ReichRanicki beendet nach einem Jahr seine „Solo“-Sendung im ZDF. Die neunte Ausgabe der Sendung am heutigen Dienstag werde seine letzte sein, sagte der Literaturkritiker. Ein Ende der Zusammenarbeit mit dem ZDF nach fast 14 Jahren „Literarisches Quartett“ und einem Jahr „Solo“ soll das nicht bedeuten: Der Sender feilt derzeit an einer neuen Literatur-Sendung mit dem 82-Jährigen, bestätigte ZDF-Sprecher Volker Hagedorn. Die neue Reihe startet möglicherweise im April 2003. Reich-Ranicki sagte, es werde „auf keinen Fall etwas sein, was auch nur im Entferntesten an das ,Quartett’ erinnert. Ich warte, bis mir das ZDF einen konkreten Vorschlag macht.“ Dann wolle er sich entscheiden, ob er wieder vor die Kamera gehe.

Anders als das monatliche „Solo“ soll die neue Sendung nur noch alle zwei Monate laufen. „Alle vier Wochen fünf aktuelle Themen haben, über die zu reden lohnt, ist gar nicht leicht in einer Epoche, wo das literarische Leben nicht so fabelhaft ist“, begründete Reich-Ranicki seinen Entschluss, das „Solo“ zu beenden. Seit dem Start im Februar sahen im Schnitt rund 700 000 Zuschauer die acht Ausgaben. Heute will sich der „Solist“ mit dem Dichter, Satiriker und Zeichner Robert Gernhardt beschäftigen (22 Uhr 45).

Marcel Reich-Ranicki ist viel beschäftigt. Der von ihm herausgegebene Literaturkanon sei „eine unendlich große Arbeit“, die noch mindestens zwei Jahre benötigen werde. Dessen zweiter Teil mit den wichtigsten Dramen ist Herbst 2003 geplant. Die Buchprojekte und die vielfältigen publizistischen Projekte kosten Zeit und Mühe. Das allein sei der Grund für seinen „Solo“-Rückzug, sagte „MRR“: „Ich bin nicht fernsehmüde, ich habe nur sehr viel Arbeit.“ jbh

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