Medien : Pan Tau Amor

Start der Nachfolgeserie von „Berlin, Berlin“

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„Von den Machern von ,Berlin, Berlin’“ prangt es seit Tagen auf zig Litfaßsäulen, als ginge es um einen neuen Hitchcock oder Nora Ephron. Es geht um die Serie „Zwei Engel für Amor“ aus der Feder von David Safier. Jener Safier, der aus „Berlin, Berlin“ mit Hauptdarstellerin Felicitas Woll alias Lolle ein derart bemerkenswertes, preisgekröntes Stück Serien-TV gemacht hat, dass ihm das Erste nun zutraut, mit einer neuen Daily den Nerv der Zeit zu treffen.

Die Rechnung ist einfach. Sollte „Berlin, Berlin“ so etwas wie ein Lebensgefühl der 20- bis 29-Jährigen in der trendy Hauptstadt wiedergeben, zielt „Zwei Engel für Amor“ mit ähnlichen ewigen Fragen (Gibt es die Liebe fürs Leben?) auf die Generation 30 plus. Das Casting ist gelungen: Theresa Scholze (bekannt als Ulrich Mühes Filmtochter in „Der letzte Zeuge) und Kai Lentrodt. Die Geschichte einfallsreich. Kellnerin Kim ist Freund Andi weggelaufen. Da taucht in ihrem Café ein sprechender (!) Marmorengel auf: „Ich sorge dafür, dass Andi dich wieder liebt, wenn du mir hilfst, Menschen zur Liebe zu führen!“ Ein ähnliches Angebot ergeht an Schauspieler Max. Wenn er Kim bei den Kuppeleien hilft, kann er für immer alle Frauen haben, die er will.

Das Ganze ist, sagen wir: charmant. Seit Pan Tau hat es zumindest keinen so niedlich animierten Wunscherfüller gegeben wie den in eine Statue verbannten Amor. Mal abgesehen davon, dass die Midlifecrisis des 35-jährigen Max an grauen Haaren herbeigezogen erscheint, gibt die Grundkonstellation genug Stoff für Liebeskummer über 16 Folgen. Dabei gehen die „Macher von ,Berlin, Berlin’“ inhaltlich-stilistisch auf Nummer sicher, zugegeben, auf hohem Niveau. Eine Frau/zwei Männer, Tagträume à la Lolle, Selbstreferenzielles à la Safier (ein Cameo-Auftritt von Felicitas Woll), die obligatorischen Schnitte auf U-Bahn-Trassen, stets rüde Berliner und am Ende die Erkenntnis, dass Mann/Frau nicht befreundet sein können. Amor hilf. meh

„Zwei Engel für Amor“, ARD, dienstag bis freitags, 18 Uhr 50

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