Personalwechsel bei Springer : Der bewegte Mann

Claus Strunz geht beim „Hamburger Abendblatt“ und baut das TV- und Video-Angebot für Springer aus. Sein Nachfolger ist bei dem Verlag kein Unbekannter.

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Claus Strunz
Claus StrunzFoto: Marcelo Hernandez

Der Axel Springer Verlag („Bild“, „Welt“) will mehr Bewegtbilder auf seinen Internet-Plattformen anbieten und holt dafür einen bewährten Fernsehmann aus dem eigenen Haus von der Elbe an die Spree. Claus Strunz (44), Chefredakteur der Springer-Zeitung „Hamburger Abendblatt“, wird am 1. Juli als Geschäftsführer den Bereich TV- und Videoproduktionen übernehmen, der für den Ausbau extra neu geschaffen wurde. Nachfolger von Strunz beim „Abendblatt“ wird Lars Haider (41), derzeit Chefredakteur von „Weser-Kurier“ und „Bremer Nachrichten“. Das teilte der Springer Verlag am Donnerstag mit.

Springer erfüllt sich damit gleich zwei Wünsche auf einmal. Denn der gebürtige Hamburger Haider ist ein Springer-Zögling, besuchte die Axel-Springer-Journalistenschule, volontierte beim „Abendblatt“, wo er anschließend als Redakteur arbeitetete, bei der „Berliner Morgenpost“ war er stellvertretender Chefredakteur. Nur ungern hatte ihn Springer 2009 zum „Weser-Kurier“ ziehen lassen. Nun ist man im Verlag froh, dass er wieder in die eigenen Reihen zurückkehrt. Haider wird beim „Abendblatt“ versuchen, den Auflagenrückgang zumindest in Grenzen zu halten, der sich unter Strunz weiter fortgesetzt hatte, seitdem er im Oktober 2008 Chefredakteur geworden war. Rund 220 200 Exemplare verkaufte das „Abendblatt“ im ersten Quartal 2011, was einem Minus von rund 10,5 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2009 entspricht. Auch die unter Strunz forcierte Paid-Content-Strategie des Blattes dürfte Haider weiter vorantreiben.

Von Strunz hingegen erhofft sich Springer, dass er seine Erfahrungen aus dem Print- und Fernsehgeschäft in dem neuen Bereich zusammenbringt. Strunz kennt die Marken des Hauses mit ihren spezifischen Eigenarten, war vor seiner Zeit beim „Hamburger Abendblatt“ acht Jahre lang Chefredakteur der „Bild am Sonntag“ und stellvertretender Chefredakteur der „Welt“. Nicht weniger ist er jedoch Fernsehmann, moderierte den „Grünen Salon“ bei n-tv und „Was erlauben Strunz“ bei N24. Seit März 2011 ist er Moderator der Sat-1-Talkshow „Eins gegen Eins“.

In seiner neuen Position ist Strunz für die Entwicklung und Umsetzung der Fernseh- und Videoproduktionen für alle digitalen Plattformen der Springer-Medienmarken zuständig. Nachdem der Verlag wegen Einspruchs des Kartellamts mit einem Einstieg bei der Pro SiebenSat 1-Gruppe gescheitert war, hatte Springer selbst begonnen, kleine TV-Einheiten für Marken wie Bild.de aufzubauen. Mit den Bewegtbildern soll die Digitalisierung der Springer-Marken weiter vorangetrieben werden. Sonja Pohlmann

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