Medien : Peter Frey: Wieder in Berlin

Joachim Huber

Und noch eine Rückkehr nach Berlin steht an. Peter Frey soll das ZDF in Mainz verlassen und in das ZDF-Hauptstadtstudio einziehen - als dessen neuer Chef. Frey würde Peter Ellgaard ablösen. ZDF-Sprecher Walter Kehr bestätigte, dass Ellgaard "dem Rat seiner Ärzte folgen und vorzeitig aufhören wird". Peter Ellgaard wird in diesem Dezember 61. Der Wechsel vom gebürtigen Berliner Ellgaard zum "Wahl-Berliner" Frey soll möglichst noch vor dem Sommer erfolgen. Frey und das ZDF in Berlin haben sich über Jahre bekannt gemacht. Der heute 43-Jährige hat hier von 1992 an das "Morgenmagazin" aufgebaut - als Chef der Redaktion und als Moderator. Die erfolgreiche Arbeit brachte ihm im Juli 1995 zusätzlich die stellvertretende Leitung des ZDF-Studios Berlin ein. Im Team um Frey konnten sich Mitarbeiter etablieren, die heute das ZDF-Programm mit prägen: Maybrit Illner (leitet die Polit-Talkshow "Berlin Mitte"), Steffen Seibert ("hallo Deutschland", "ZDF.Reporter") oder Gundula Gause ("Heute-Journal").

Im Oktober 1998 wurde Frey vom damaligen Chefredakteur Klaus Bresser, dessen persönlicher Referent und Protegé Frey gewesen war, in die Mainzer Zentrale geholt. Frey übernahm die Hauptredaktion Außenpolitik und die Moderation des "Auslandsjournals". Das Magazin wurde überarbeitet und konnte bei den Quoten wieder zulegen. Danach wurde Frey als Nachfolger von Klaus Bresser gesehen - allein, die Wahl fiel auf WDR-Fernsehchef Nikolaus Brender. Jetzt läuft wieder eine sehr attraktive Aufgabe auf den promovierten Politologen zu. Eine derartige Position wird auch nach der politischen Farbenlehre besetzt. Von Frey heißt es, er stünde, wie Ellgaard, der SPD näher als anderen Parteien. Aber beide sind ausgewiesene Journalisten, die sich nicht als "Parteisoldaten" missbrauchen ließen.

Mit der Bestellung von Peter Frey wären mehrere, ebenfalls in Mainz diskutierte Alternativen erledigt. Nach der einen könnte Chefredakteur Brender eine personelle Lösung von außerhalb, sprich über die ARD anstreben. Die andere Alternative heißt eine Frau für die Spitzenposition Berlin. Und die dritte: eine Frau, aber nicht aus ZDF-, sondern aus ARD-Kreisen.

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